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Am Tag, an dem vor 71 Jahren der 2. Weltkrieg in Deutschland beendet war, ein Tag, für den wir keinen Namen in den Medien gefunden haben, der Tag, der in den Niederlanden ganz einfach "Befreiungstag" heisst, an dem Tag nun ein Update zu der Lage an der Gedenkstätte Schillstraße.

An der Gedenkstätte hing im Hintergrund, auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Schillstraße, die Inschrift "Die Zukunft hat eine lange Vergangenheit". Sie musste abgenommen werden, weil das Gebäude, an dem sie hing, abgerissen wurde. Das Gelände war vorher ein Post-Verteillager und von der Volksbank Braunschweig-Wolfsburg gekauft und mit Parkplatz und Einkaufszentrum bebaut. Es liegt in der Nähe des Hauptbahnhofs, sehr zentral und ist insofern recht wertvoll, wahrscheinlich wertvoller als es seine jetzige Nutzung nahe legt.

Damals, als die Schrift abgenommen wurde, schrieb ich den Artikel. Nun hängt wieder so eine Schrift!

Die Gedenkstätte mit Hintergundtafel
Die Hintergundtafel im Ganzen

Die Errrichtung des Dinges mit Schrift kostete mehr als 10.000 €.

Die Umgebung der Gedenkstätte hat sich verändert, doch sie hat immer noch dieselbe Geschichte. Der Platz hinter der Wand der Gedenkstätte ist nun für Autos der Einkäufer im Shopping-Center bestimmt, nicht mehr der nicht zugängliche Hof eines Post-Verteillagers.

Von dem Parkplatzgelände kann man nun auf die Rückseite der Gendenkstätte schauen. Auch die Inschrift steht nun auf dem Parkplatz und das Beton-Schild hat eine Rückseite.

Die Mauer mit den Tafeln von hinten 1
Die Mauer mit den Tafeln von hinten 2

Dies könnte eine erweiterte Gestaltung ermöglichen. Eine für die Werbung wertvolle Fläche ist dies wahrscheinlich nicht, denn wer will schon auf der Außenfläche eines ehemaligen KZ's werben: "Marlboro: Vergasung auf Raten", oder besser, da es sich um ein Arbeitslager handelte: "Randstad: preiswerte gute Arbeit für die Industrie". Stroer --Out of Home Media-- wird nur wenig zahlen für diese Flächen.

Die Gedenkstätte ist auch ein "Out of Home Media" und wir würden es gerne besser darstellen, z.B. mit einer Handy-App und QR-Codes an den markanten Punkten. Auf dem Parkplatz waren die Baracken des Lagers. Es wäre schön, wenn diese Punkte markiert wären, auch noch die anderen Teile des Lagers. Es gibt dazu ein Konzept, das in Zusamenarbeit mit einem renommierten Architekturbüro enstanden ist. Das Achitekturbüro ist sehr erfahren mit Gedenkstätten. Teil des Konzeptes ist, auf dem nun öffentlich zugänglichen Gelände (dem Parkplatz des Shopping-Centers der Volksbank) die Umrisse der Gebäude durch Licht oder Farben zu markieren. Dies wurde abgelehnt.

Dafür ist Platz für Werbung. Wie wir alle wissen, ist Werbung im Straßenbild und Stadtbild bedeutender als die Geschichte, zumal Einige gerne verschweigen, was früher war, oder nur das zeigen wollen, was ihnen gefällt, was besonders in Braunschweig seit eh' und je auffällt.

Es gibt ein dezentrales Genkstättenkonzept der Stadt Braunschweig. Heute(!) habe ich davon gehört, dass es eine Gedenkstätte an der AOK an der Fallerslebener Straße gibt. Ich bin schon öfters daran vorbei geradelt, und erinnerte mich, dass ich gelesen hatte, dass dort im Keller die bekannten "Rieseberg-Opfer" misshandelt wurden, und es eine Gestapo-Zentrale war. Ich bin weiter gefahren, weil es nichts zu sehen gab von außen, und ich nicht auf Privatgelände Erinnerungen suchen wollte. Ebenfalls heute habe ich gehört, dass es einen "Kinderfriedhof" und einen "Ausländerfriedhof" in Braunschweig geben soll, ebenfalls Gedenkstätten an die Nazi-Zeit.

Zusammengefasst: Das Gedenkstättenkonzept ist in meinen Augen gescheitert. Dafür wird die Stadt mit immer mehr Werbetafeln zugestellt, beim Führer damals war es wahrscheinlich noch weniger und Ceausecau, der Diktator aus Rumänien, war noch gar nichts gegen die Plakatanzahl der Massenmörder von Phillip Morris (Zigaretten-AG), mit Helfershelfern in der Stadt Braunschweig.

Wir sollten mal überlegen, ob wir nicht selbst bestimmen wollen, wie unsere Stadt aussieht, wenn sie uns schon als Eigentum genommen wurde, u.a. von dem ehemaligen NPD-Führer und CDU-Bürgermeister von Braunschweig, Dr. Hoffmann, dessen Hand wir heute noch in der Stadt spüren.
Das misslungene Gedenkstättenkonzept ist aber noch älter bzw. vorher gab es noch weniger, denn:
Die Gedenkstätte Schillstraße ist überhaupt erst aus dem Jahr 2000!

Das KZ-Außenlager hat auch eine aktuelle Diemension, meiner Meinung nach, weil mit dem KZ-Außenlager in der Schillstraße alles seine Ordung hatte, wie heute mit Hartz-IV und marktkonformen Entrepreteurs, die alles machen, was man von Ihnen will: Die Insassen wurden ordungsgemäß aus dem anderen KZ's hier zur Arbeit abkommandiert, und ihre Leichen wurden ordungsgemäß mit einem Bestattungsunternehmen zum Friedhof Helmstedter Straße gebracht und im Krematorium verbrannt. Alles mit Amt und Siegel. Heute geht auch Vieles mit Amt und Siegel, was nicht gut ist. Wir wollen hoffen, dass dies von heute niemals mehr die Ausmaße von damals animmt.

Wer nun in Zukunft nicht noch einmal sagen will "Das durfte nicht geschehen!" der sollte die Vergangenheit im Gedächtnis halten. Dazu gibt es Gelegenheiten, denn die Gedenkstätte in der veränderten Umgebung kann verändert werden:

  • Es wird überlegt, einen Durchgang von der Gedenkstätte zu dem Parkplatz zu schaffen. Ich bin strikt dagegen und dafür, den Platz der Gedenkstätte abgeschottet vom Einkaufsverkehr zu lassen, so dass man nur von außen sieht, hoffentlich in Zukunft besser, dass dort die Gedenkstätte ist. Dass das damals Geschehene einfach so in der Gegenwart akzeptiert wird, wäre schön, wird aber niemals so sein. Es ist immer ungeheuerlich. Und so braucht man einen extra ruhigen, friedvollen Ort, um daran zu denken. Ein Durchgang zu einem lauten Discounter-Parkplatz, einen der häßlichsten und unangenehmsten Orte, die die moderne Stadtarchitektur zu bieten hat, ist fehl am Platz.
    Das damals Geschehene ist nicht in die Jetztzeit integriert, das zeigt sich ja grad durch die halbherzigen Gendenkstätten in Braunschweig. Auch die neu gebaute Synagoge in Dresden schottet sich von der Stadt ab. Es ist nicht vorbei.

  • Ob auf dem Parkplatz noch etwas zu holen ist, ist fraglich. Bislang steht dort ein Quadrat, noch ohne Beschriftung, über den Ort einer ausgegrabenen und wieder zugeschütteten Wand einer Baracke des KZ. Ein bisschen muss dort sicherlich auch noch geschehen. So wie jetzt, weiss niemand, was das soll.

Einsames Mahn-Quadrat auf Parkplatz
Rückseite rechts mit Quadrat
Rückseite links mit Inschrifts-Mauer
  • Die Rückseite der Mauer der Gedenkstätte und der Mauer mit der Inschrift kann benutzt werden. Beide haben schon Stromanschluß.
    "Auf geht's, gute Ideen her!" würde ich gerne sagen, aber...es entscheiden andere, teilweise auch nicht demokratisch legitimiert, sondern einfach ... reich, sprich Volksbank.
    Es ist aber ein Ort, diese Rückseite der Gedenkstätte, der geradezu zu eigenen Gestaltungsideen einlädt.

Für unsere Politiker und Wähler hier unwichtig...

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Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

PRÄAMBEL

Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet,

da die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen, und da verkündet worden ist, daß einer Welt, in der die Menschen Rede- und Glaubensfreiheit und Freiheit von Furcht und Not genießen, das höchste Streben des Menschen gilt,

da es notwendig ist, die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen, damit der Mensch nicht gezwungen wird, als letztes Mittel zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung zu greifen,

da es notwendig ist, die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Nationen zu fördern,

da die Völker der Vereinten Nationen in der Charta ihren Glauben an die grundlegenden Menschenrechte, an die Würde und den Wert der menschlichen Person und an die Gleichberechtigung von Mann und Frau erneut bekräftigt und beschlossen haben, den sozialen Fortschritt und bessere Lebensbedingungen in größerer Freiheit zu fördern,

da die Mitgliedstaaten sich verpflichtet haben, in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen auf die allgemeine Achtung und Einhaltung der Menschenrechte und Grundfreiheiten hinzuwirken,

da ein gemeinsames Verständnis dieser Rechte und Freiheiten von größter Wichtigkeit für die volle Erfüllung dieser Verpflichtung ist,

verkündet
die Generalversammlung

diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal, damit jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Einhaltung durch die Bevölkerung der Mitgliedstaaten selbst wie auch durch die Bevölkerung der ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden Gebiete zu gewährleisten.

Artikel 1

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 2

Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.

Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

Artikel 3

Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.

Artikel 4

Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel in allen ihren Formen sind verboten.

Artikel 5

Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.

Artikel 6

Jeder hat das Recht, überall als rechtsfähig anerkannt zu werden.

Artikel 7

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle haben Anspruch auf gleichen Schutz gegen jede Diskriminierung, die gegen diese Erklärung verstößt, und gegen jede Aufhetzung zu einer derartigen Diskriminierung.

Artikel 8

Jeder hat Anspruch auf einen wirksamen Rechtsbehelf bei den zuständigen innerstaatlichen Gerichten gegen Handlungen, durch die seine ihm nach der Verfassung oder nach dem Gesetz zustehenden Grundrechte verletzt werden.

Artikel 9

Niemand darf willkürlich festgenommen, in Haft gehalten oder des Landes verwiesen werden.

Artikel 10

Jeder hat bei der Feststellung seiner Rechte und Pflichten sowie bei einer gegen ihn erhobenen strafrechtlichen Beschuldigung in voller Gleichheit Anspruch auf ein gerechtes und öffentliches Verfahren vor einem unabhängigen und unparteiischen Gericht.

Artikel 11

(1) Jeder, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren, in dem er alle für seine Verteidigung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.

(2) Niemand darf wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt werden, die zur Zeit ihrer Begehung nach innerstaatlichem oder internationalem Recht nicht strafbar war. Ebenso darf keine schwerere Strafe als die zum Zeitpunkt der Begehung der strafbaren Handlung angedrohte Strafe verhängt werden.

Artikel 12

Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. Jeder hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.

Artikel 13

(1) Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen.

(2) Jeder hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren.

Artikel 14

(1) Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.

(2) Dieses Recht kann nicht in Anspruch genommen werden im Falle einer Strafverfolgung, die tatsächlich auf Grund von Verbrechen nichtpolitischer Art oder auf Grund von Handlungen erfolgt, die gegen die Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen verstoßen.

Artikel 15

(1) Jeder hat das Recht auf eine Staatsangehörigkeit.

(2) Niemandem darf seine Staatsangehörigkeit willkürlich entzogen noch das Recht versagt werden, seine Staatsangehörigkeit zu wechseln.

Artikel 16

(1) Heiratsfähige Männer und Frauen haben ohne jede Beschränkung auf Grund der Rasse, der Staatsangehörigkeit oder der Religion das Recht, zu heiraten und eine Familie zu gründen. Sie haben bei der Eheschließung, während der Ehe und bei deren Auflösung gleiche Rechte.

(2) Eine Ehe darf nur bei freier und uneingeschränkter Willenseinigung der künftigen Ehegatten geschlossen werden.

(3) Die Familie ist die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat.

Artikel 17

(1) Jeder hat das Recht, sowohl allein als auch in Gemeinschaft mit anderen Eigentum innezuhaben.

(2) Niemand darf willkürlich seines Eigentums beraubt werden.

Artikel 18

Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.

Artikel 19

Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

Artikel 20

(1) Alle Menschen haben das Recht, sich friedlich zu versammeln und zu Vereinigungen zusammenzuschließen.

(2) Niemand darf gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören.

Artikel 21

(1) Jeder hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken.

(2) Jeder hat das Recht auf gleichen Zugang zu öffentlichen Ämtern in seinem Lande.

(3) Der Wille des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt; dieser Wille muß durch regelmäßige, unverfälschte, allgemeine und gleiche Wahlen mit geheimer Stimmabgabe oder einem gleichwertigen freien Wahlverfahren zum Ausdruck kommen.

Artikel 22

Jeder hat als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit sowie unter Berücksichtigung der Organisation und der Mittel jedes Staates in den Genuß der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind.

Artikel 23

(1) Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.

(2) Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

(3) Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.

(4) Jeder hat das Recht, zum Schutze seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

Artikel 24

Jeder hat das Recht auf Erholung und Freizeit und insbesondere auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und regelmäßigen bezahlten Urlaub.

Artikel 25

(1) Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen, sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität oder Verwitwung, im Alter sowie bei anderweitigem Verlust seiner Unterhaltsmittel durch unverschuldete Umstände.

(2) Mutter und Kind haben Anspruch auf besondere Fürsorge und Unterstützung. Alle Kinder, eheliche wie außereheliche, genießen den gleichen sozialen Schutz.

Artikel 26

(1) Jeder hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich, zum mindesten der Grundschulunterricht und die grundlegende Bildung. Der Grundschulunterricht ist obligatorisch. Fach- und Berufsschulunterricht müssen allgemein verfügbar gemacht werden, und der Hochschulunterricht muß allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen.

(2) Die Bildung muß auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und auf die Stärkung der Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten gerichtet sein. Sie muß zu Verständnis, Toleranz und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen oder religiösen Gruppen beitragen und der Tätigkeit der Vereinten Nationen für die Wahrung des Friedens förderlich sein.

(3) Die Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der Bildung zu wählen, die ihren Kindern zuteil werden soll.

Artikel 27

(1) Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben.

(2) Jeder hat das Recht auf Schutz der geistigen und materiellen Interessen, die ihm als Urheber von Werken der Wissenschaft, Literatur oder Kunst erwachsen.

Artikel 28

Jeder hat Anspruch auf eine soziale und internationale Ordnung, in der die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten voll verwirklicht werden können.

Artikel 29

(1) Jeder hat Pflichten gegenüber der Gemeinschaft, in der allein die freie und volle Entwicklung seiner Persönlichkeit möglich ist.

(2) Jeder ist bei der Ausübung seiner Rechte und Freiheiten nur den Beschränkungen unterworfen, die das Gesetz ausschließlich zu dem Zweck vorsieht, die Anerkennung und Achtung der Rechte und Freiheiten anderer zu sichern und den gerechten Anforderungen der Moral, der öffentlichen Ordnung und des allgemeinen Wohles in einer demokratischen Gesellschaft zu genügen.

(3) Diese Rechte und Freiheiten dürfen in keinem Fall im Widerspruch zu den Zielen und Grundsätzen der Vereinten Nationen ausgeübt werden.

Artikel 30

Keine Bestimmung dieser Erklärung darf dahin ausgelegt werden, daß sie für einen Staat, eine Gruppe oder eine Person irgendein Recht begründet, eine Tätigkeit auszuüben oder eine Handlung vorzunehmen, welche die Beseitigung der in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten zum Ziel hat.


Resolution 217 A (III) der Generalversammlung vom 10. Dezember 1948
Übersetzung: Deutscher Übersetzungsdienst, Vereinte Nationen, New York

Hannah Arendts Beitrag:
"Die totale Herrschaft hat die Begriffe von Verbrechen und Auszeichnung, von Schuld und Unschuld nicht, wie die uns bekannten Diktaturen oder Despotien, nach ihr genehmen Richtlinien »revolutioniert« - sie hat sie einfach abgeschafft und an ihre Stelle den in seiner ganzen Furchtbarkeit noch kaum geahnten neuen Begriff der »Unerwünschten« und »Lebensuntauglichen« gesetzt. Nur Verbrecher kann man bestrafen, Unerwünschte oder Lebensuntaugliche lässt man von der Erdoberfläche verschwinden, als hätte es sie nie gegeben; mit ihnen will man noch nicht einmal ein Exempel statuieren. Die einzige Spur, die sie hinterlassen, ist die Erinnerung derer, die sie kannten, liebten und zu deren Welt sie gehörten. Daher gehört es zu den vornehmsten und schwierigsten Aufgaben der totalitären Polizei, auch diese Spur mit den Toten zugleich auszulöschen.

Es heisst, dass die zaristische Geheimpolizei, die Ochrana, ein besonderes Registrierverfahren erfunden hatte, wonach jeder in Rußland Verdächtige auf einer Riesenwandkarte durch einen roten Kreis, in dessen Mitte sein Name stand, vermerkt wurde. Kleinere rote Kreise, mit dem Kreis des Hauptverdächtigen verbunden, kennzeichneten seine politischen, grüne Kreise seine nichtpolitischen Bekannten und braune Kreise diejenigen Personen, die mit Freunden des Verdächtigten wiederum irgendeinen Kontakt hatten, ohne ihn persönlich zu kennen (Quelle: Maurice Laporte, "Histoire de l'Okhrana", Paris, 1935).

Offensichtlich hat diese Methode, die gesamte Bevölkerung so zu katalogisieren, dass man nicht nur sie selbst, sondern auch die Erinnerung an sie absolut beherrscht, ihre Grenzen nur an der Größe der Wandkarte. Theoretisch wäre es durchaus denkbar, dass eine einzige solche Karte in riesenhaften Ausmaßen die Beziehungen und Querverbindungen der Bevölkerung eines ganzen Territoriums enthält. Und genau dies entspricht dem Wunschtraum totalitärer Polizei. Sie hat den alten Traum der Polizei, dem noch der Lügendetektor dient, aufgegeben und versucht nicht mehr festzustellen, wer oder was einer ist und welche Gedanken in seinem Kopfe leben ( >>Exkurs zum Lügendetektor<<)

Dieser Traum war furchtbar genug und hat seit eh und je zur Tortur und zu den furchtbarsten Grausamkeiten geführt; er hatte nur eines für sich: er träumte etwas Unmögliches. Der moderne Traum der technisierten Polizei unter totalitären Bedingungen ist ungleich furchtbarer; sie träumt davon, mit einem Blick auf die Riesenkarte an der Bürowand ausfindig machen zu können, wer zu wem Beziehungen hat; und dieser Traum ist grundsätzlich nicht unerfüllbar, er ist nur etwas schwierig in seiner technischen Ausführbarkeit. Gäbe es diese Wandkarte wirklich, so stände nicht einmal mehr das Gedächtnis den totalitären Herrschaftsansprüchen im Wege; die Wandkarte könnte es ermöglichen, Menschen wirklich spurlos verschwinden zu lassen, so als hätte es sie nie gegeben."

(Hannah Arendt, "Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft", Ungekürzte Taschenbuchausgabe 1986, Seite 898 f, zuerst 1951 in New York erschienen, in deutscher Übersetzung 1955)

GnuNet: no Architecture = no Hope

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Gnunet ist bald tot, weil nichts dokumentiert ist, oder Informationen zusammengesucht werden müssen. Was das Zeug (Code) macht, das es da zum Herunterladen gibt, steht nicht auf der Homepage(externer Link) .

Wikipedia kärt ein bißchen auf(externer Link) .

Es soll das Internet der nächsten Generation werden, wie auf der "Freiheit statt Angst"-Demo so hoffnungsvoll plakatiert.

Gnunet als Antwort auf die NSA bei der Demo -Freiheit statt Angst 2013

Der Artikel entspringt eigentlich meinem Ärger, dass ich mich nicht in der Lage sehe, an dem Projekt mitzuarbeiten, und dass ich beim Suchen nach Informationen so viel Zeit verschwendet habe. Mag sein, dass ich zu doof dafür bin. Aber das glaube ich nicht. Die "Skills" (mein Unwort des Jahres in der IT-Szene. Reduziert Menschen auf Fähigkeiten statt auf das Sein. Selbst "Social Skills" ist oft benutzt. Ist wie "Human capital".)

Also meine "Skills" reichen meiner Meinung nach aus. Ich wäre sicher ein wertvoller Freizeit-Mitarbeiter. Evtl. würde ich Tests schreiben, oder ich würde das Zeug oder einen kleinen Teil mal auf eine andere Programmiersprache portieren. Bloß was soll ich da programmieren? Was ist das Soll-Verhalten der Software? Steht nirgends. Das ist normal für Open-Source-Software. Bloß GnuNet ist nicht irgendeine Open-Source-Software, zumindest nicht den eigenen Ansprüchen nach.

Damit soll ein großer Teil unserer Daten übertragen werden, und zwar so, dass wir uns darauf verlassen können. Verlassen? Eher verlassen sein. Denn ich konnte nicht herausfinden, was das Zeug garantieren soll, worauf man sich verlassen können soll. Sicherheitsziele? Angreifermodell? Verfahrensweisen? Fehlanzeige.

Ich beobachte das nun schon länger und habe letzte Woche viel Freizeit (bestimmt 8 h) damit zugebracht zu verstehen, was es macht, in Vorbereitung auf das Chaos Communication Camp 2015, denn dort soll es mehrere Workshops(externer Link) dazu geben.

Es gibt dann noch Hinweise zu Artikeln.

Wie weiss ich, was in den Artikeln steht? Was relevant ist? Was realisiert ist? Was soll ich wissen, bevor ich bei den "Wissenden" mitmache?

Pro-Forma Offenheit nenne ich das. Warum schreiben die nicht erstmal einen Überblick?

Und, ehrlich gesagt, zwei Überblicksartikel habe ich in meinen 8 Stunden Arbeit darüber gelesen: Dissertation (Doktorarbeit) darüber(externer Link) und Masterarbeit über secushare(externer Link) . Sie erhellten auch nicht die genauen Ziele und Sicherheitsannnahmen.

Den Code habe ich mir dann auch noch herunter geladen. Sieht jetzt ganz ok aus. Bloß was soll ich damit? Aus dem Code lesen, was das macht? Geht wohl kaum, bei entsprechender Komplexität.

Mal sehen, was das Camp bringt. Vielleicht erklären mir die Leute ja ganz viel. Hitze und Partylärm haben mich vom Besuch der Sessions abgehalten.

Bloß nichts über Politik! So wie jetzt auf der Homepage von gnunet der erste Artikel(externer Link) . Wirkt für mich eher wie ein Alive-Zeichen: Die Seite gehört noch jemanden! Aber was will ich, als möglicher Nutzer der Software, davon wissen? Nutzer werden durch die Homepage jedenfalls nicht angelockt. Es soll ja schon etwas geben, das läuft. Dumm bloß, wenn man als Nutzer nicht weiss, was es macht. Es gibt keine Gründe das zu installieren, wenn man die Beschreibungen liest.

Also auch mal dokumentiert: Observe, Design, Hack!

Und immer an Neueinsteiger denken, sonst ist Euer Zeug bald nur was für Experten, und wir haben wieder eine Hierachie von Leuten: Und zwar die, die eingeweiht sind oder dafür bezahlt werden, sich damit zu beschäftigen, und den Leuten, die zum reinen Konsum verurteilt sind.

Übrigens bezweifele ich, dass es viele Entwickler von Gnunet und Secushare gibt, so wie ich die im Netz veröffentlichten Namen der Entwickler und die Fortentwicklung der Software beobachte...

Wenn sich da nichts ändert, ist die Software auch tot, bevor sie im größeren Einsatz ist.

(By the way: Diese Drupal6-default-Seite bei gnunet.org mit dem plug-in für Books gehört auf den Müll. Sie ist unübersichtlich und lahm.)

(Übrigens: Dieser Artikel soll konstruktive Kritik sein, damit sich etwas an GnuNet ändert. Mehr nicht.)

Die Gewerkschaft macht's mit uns...

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Zitat IG-Metall(externer Link) :
"Auf der heutigen Betriebsversammlung haben IG Metall, Betriebsrat und Geschäftsführung die Belegschaft über die neue Standortsicherung informiert.
Kern des Tarifvertrages zur Standortsicherung ist der Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen bis zum 31.03.2020.

Im Gegenzug sind weiterhin 50% des tariflichen Urlaubsgeldes vom Unternehmenserfolg abhängig und die Beschäftigten beteiligen sich an den notwendigen Qualifizierungen im Unternehmen.
...
Nach der Betriebsversammlung legten die Beschäftigten im Rahmen eines Warnstreiks die Arbeit für zwei Stunden nieder um die Forderungen der IG Metall in der Tarifrunde 2015 zu unterstreichen."

Zitat IG-Metall(externer Link) :
"Die IG Metall geht mit drei Themen in die Tarifrunde 2015 - Mehr Geld, verbesserte Altersteilzeit, geförderte Bildungsteilzeit"

Eine merkürdige Pressemitteilung

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Ist Bernd Riexinger, Linke-Vorsitzender, nun für die "Tarifeinheit" (sprich ein Streikverbot) oder dagegen? Lest selbst:

Bernd Riexinger im Mai 2014 in Berlin Foto: Blömke/Kosinsky/Tschöpe Lizenz: CC BY-SA 3.0
Riexinger beim Reden


27. Juni 2014 Bernd Riexinger

...Er erklärt:

Was jetzt als "Eckpunkte für eine gesetzliche Regelung der Tarifeinheit" bekannt wurde, ist nichts anderes als ein fundamentaler Angriff auf das Streikrecht und die Verfassung. Im Kern will die Bundesregierung das Recht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sich frei in einer Gewerkschaft zu organisieren und für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne zu kämpfen, entscheidend einschränken. Dieses Recht steht nicht irgendwo sondern im Grundgesetz. Das ist Verfassungsbruch mit Ansage und hat in Karlsruhe niemals Bestand. Die Tarifeinheit ist sinnvoll, aber sie muss von Gewerkschaften selbst durchgesetzt werden. Ich erwarte, dass die Bundesregierung den Beschluss der DGB-Gewerkschaften respektiert, die eine solche Regelung ablehnen. Ich erwarte, dass die Arbeitsministerin sich umgehend zu diesen Eckpunkten positioniert. Und ich erwarte, dass die SPD im Bundestag diesem Vorhaben eine Absage erteilt. Einen schmutzigen Deal Mindestlohn gegen Beschneidung des Streikrechts darf es nicht geben.

Ich lese daraus, dass er für die Gesetzesvorlage ist, nur solle man sie nicht dem Bundestag, sondern "den Gewerkschaften" vorlegen. Nun gibt es keinen "Gewerkschaftstag", der so etwas beschließen könnte. Das Gesetz beinhaltet m.W.n., dass nur die mitgliederstärkste Gewerkschaft in einem Betrieb dort auch streiken darf. Ob das sinnvoll ist, sei mal dahingestellt. Es würden wohl kaum alle Gewerkschaften dafür stimmen, zumindest die Kleineren, denen das Streiken dann verboten werden würde und die schon manchen für sie erfolgreichen Streik geführt haben, werden wohl dagegen sein. Also soll eine Mehrheit von größeren Gewerkschaften den Kleineren etwas aufdrängen können. Solch eine Macht sollte wohl eher der Bundestag haben, als eine Lobbyorganisation wie DGB oder Ähnliche. Die Macht der Gewerkschaften nährt sich aus Streiks. Sollen jetzt die großen Gewerkschaften für die Riexingers Meinung nach "sinnvolle" Tarifeinheit streiken, sprich dafür streiken, dass Andere nicht streiken dürfen ???

Was für ein Verständnis hat der Mann eigentlich von Gewerkschaften? Wieso können sie auf Politik Einfluß nehmen? Sie streiken ja nicht gegen die Politik, z.B. gegen Hartz IV. Dürfen und können sie ja auch nicht, sagen sie. Was gibt es da für Deals, dass die Gewerkschften so ruhig sind?

Von welchem schmutzigen Deal schreibt er in der Pressemitteilung zum Schluß?
Von einem Deal zwischen DGB-Gewerkschaftsbossen und Politik?
Einem, dass die Gewerkschaftsbosse einen zu niedrigen Mindestlohn für diejenigen, die heute schon mehr verdienen (Festangestellte, längere Betriebszugehörigkeit, keine prekäre Branche) als Mindestlohn akzeptieren, -also im Prinzip einen wirkungslosen Mindestlohn-, im Tausch dagegen, dass die Politik den DGB-Gewerkschaften das Streikmonopol verschafft, sie zum alleinigen Verhandlungspartner der Politik macht, der DGB noch mächtiger wird, und die Konkurrenz um die Macht, die kleinen Gewerkschaften, entmachtet?

„Banalität des Bösen“

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... so beschrieb Hannah Arendt das Verhalten des Massenmörders Adolf Eichmann. Er war in Deutschland im Reichssicherheitshauptamt verantwortlich für die Ermordung von schätzungsweise 6 Millionen Menschen. Es folgen meine Gedanken dazu in Zeiten eines immer mächtigeren Staates.

Der Lindener Marktplatz im Juni 2006. Dort steht das Haus, in dem Hannah Arendt 1906 geboren wurde. Ein Platz zum Zusammenkommen. Foto: Achim Brandau, linden-entdecken.de Lizenz: CC BY-SA 2.0


Arendt verfolgte den Prozess gegen Eichmann in Jerusalem und schrieb dazu ein Buch.

Zitat Wikipedia(externer Link) :

In der Einleitung zur deutschen Ausgabe 1964 erläutert Arendt ihre Wortwahl: „In dem Bericht kommt die mögliche Banalität des Bösen nur auf der Ebene des Tatsächlichen zur Sprache, als ein Phänomen, das zu übersehen unmöglich war. Eichmann war nicht […] Macbeth […]. Außer einer ganz ungewöhnlichen Beflissenheit, alles zu tun, was seinem Fortkommen dienlich sein konnte, hatte er überhaupt keine Motive.“. Niemals hätte er seinen Vorgesetzten umgebracht. Er sei nicht dumm gewesen, sondern „schier gedankenlos“. Dies habe ihn prädestiniert, zu einem der größten Verbrecher seiner Zeit zu werden. Dies sei „banal“, vielleicht sogar „komisch“. Man könne ihm beim besten Willen keine teuflisch-dämonische Tiefe abgewinnen. Trotzdem sei er nicht alltäglich. „Dass eine solche Realitätsferne und Gedankenlosigkeit in einem mehr Unheil anrichten können als alle die dem Menschen innewohnenden bösen Triebe zusammengenommen, das war in der Tat die Lektion, die man in Jerusalem lernen konnte. Aber es war eine Lektion und weder eine Erklärung des Phänomens noch eine Theorie darüber.“

War das die deutsche Art zu handeln? Kennen wir sie heute noch? Auf jeden Fall sollten wir heute nicht so handeln. In den Folgen damals war das Handeln katastrophal. Wie oft machen wir heute Dinge, die wir nur machen, weil der Arbeitgeber uns anweist, es zu tun? Obwohl es unseren eigenen Begriff vom "Guten" oftmals widerspricht?

Inge Hannemann(externer Link) hat sich als Mitarbeiterin des Job-Centers gegen die Hartz-IV-Schikanen gewehrt, die oftmals nur die Arbeitslosen erniedrigen, nur Gewalt sind. Deshalb wurde sie gefeuert und der Fall liegt beim Arbeitsgericht. Sie macht es öffentlich, ist eine lokale Whisleblowerin, oder einfach nur im Widerstand. Sie tut nicht, was man von ihr erwartet, sondern das, was sie als gut empfindet.

Was soll man einem immer mächtigeren Staat entgegenhalten?

Ich meine, um nicht ein Nano-Eichmann zu werden, überhaupt um als Mensch zu existieren: Man handele mit Menschlichkeit, Menschlichkeit und Güte, Gnade auch wenn jemand etwas gegen Normen, vieleicht sogar Böses getan hat. Menschen nicht verurteilen, sondern trotz allem in seiner Gemeinschaft aufnehmen. Erfahrungen von Gnade, und nur wenn man die Schule geschwänzt hat, machen uns auch zu gnädigen Menschen und zeigen uns, dass Regeln und Fortkommen nicht alles sind. Darüber steht ein Miteinander, Umgangsformen, die uns gegenseitig nicht kaputtmachen, die Zusammenhalt geben.

Ich denke da an das Gleichnis vom verlorenen Sohn oder "Es werfe den ersten Stein, wer ohne Sünde ist." . In der Bibel steht oft viel Wahrheit, wie menschliches Zusammenleben funktionieren kann. Ob man nun an den Gott glaubt oder nicht.

Ist es typisch deutsch, das zu machen, was man von einem erwartet? Woanders heisst es "Leben und Leben lassen" oder im Spanischen "mañana" (morgen, übermorgen, vieleicht gar nicht, jedenfalls jetzt nicht). Viel Gelassenheit und den anderen Menschen sehen, ist vielleicht das Rezept für uns, nach den Summer of Snowden, abseits aller politischen und technischen Lösungsstrategien. Als Mensch die Politik in ihre Schranken weisen.

Zitat "Wann" von Xavier Naidoo: "Sie wollen es, doch sie können es nicht, weil ihre Waffe an unserer Liebe zerbricht."

Also: Direkt sprechen, sagen was man denkt. Einer Manipulationskonzentration in den Medien durch das entgegensprechen, was in uns ist. Selbstverständliches, z.B. zu Hartz-IV-Opfern, dem Gegenüber sagen.

Zum Abschluß was Erfreuliches: Der Spendenstand für die Standard-Verschlüsselungssoftware Gnupg(externer Link) ist heute bei 158% des erwarteten Spendenstandes, 16 Tage vor dem Ende der Spendenkampagne sind 34.419 € gespendet worden. Das gibt Mut!

Kommentare

Tobias schrieb per Mail:

Ich finde Deinen Artikel sehr herzerwärmend (erinnert mich auch ein bischen an eine pastorale Rede :-). Auf der anderen Seite sollte man vllt. nicht mit jedem Gnade walten lassen - siehe z.B. NSA.

In einem Buch "Briefe von/an Einstein" hatte ich vor einiger Zeit gelesen, dass er (und andere) massiv vor der Aufrüstung Deutschlands gewarnt hatten. Die anderen Staaten haben das aus imhO "übereiferten Gutmenschentum" ignoriert und sich geweigert ebenfalls aufzurüsten. Da war der gutgemeinte Pazifismus imhO nicht angebracht und hat dafür gesorgt, dass die Länder schlicht vom Bösen überrant wurden.

Man muss das eben abwägen, wann und welche Gegenmaßnahmen erforderlich sind. Man muß ja nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen (also eben im Alltäglichen Gnade walten lassen), aber man kann das eben auch nicht einfach so generalisieren ...

Bilder der Freiheit statt Angst 2013

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Die Demonstration "Freiheit statt Angst" war schön und eine Ereignis. Mal sehen was sie politisch bringt. Sie machte jedenfalls Mut.

Und mein Fazit aus PRISM, Tempora & Co : "Verschlüsselt!" nannten auch Anne Roth und Jake Appelbaum als Sprecher auf der Demo.

Es folgen Bilder.

Um halb eins waren schon die ersten Wagen da...Piraten...
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
...Linksjugend...
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Piratenfahne 1,5 h vor er Demo
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Katharina Nocun sagt 'Ja, ich will ... Freiheit statt Angst'
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Oder hast Du doch eher 'Angst statt Freiheit' ?
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Interview
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Gleich geht's auf zum Stadtspaziergang
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Padeluun als Veranstalter von digitalcourage
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Jake Appelbaum bei seiner Rede vor dem Abmarsch
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Jake Appelbaum bei seiner Rede vor dem Abmarsch 2
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Los geht's
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
full ack !
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Demozug 1
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Demozug 2
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Jake Appelbaum freute sich. Vorher sagte er, dass es in USA keine Grossdemonstartionen dazu gebe.
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Banner zum Thema 1
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Banner zum Thema 2
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Banner zum Thema 3
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Demozug 3
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Piraten vor Fotowagen der Polizei 1
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Piraten vor Fotowagen der Polizei 2
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Demozug 4
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Alu-Burka
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Langsam trudelt der Demozug auf dem Alex wieder ein
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Überwacher
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Transpi
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Anne Roth bei ihrer Rede 1
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Anne Roth bei ihrer Rede 2
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Christian Humborg, Transparency International
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Kleingeldprinzessin 1
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Kleingeldprinzessin 2
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Kleingeldprinzessin 3
Demonstration Freiheit statt Angst 2013
Kleingeldprinzessin 4
Demonstration Freiheit statt Angst 2013

dpa gibt die Schreiberlaubnis

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Werbung für die Junge Welt. Wisst Ihr, wer lügt?


Wer meint gut informiert zu werden durch die Medien? Und wer nicht?

Am Samstag wollte ich mir mal zur Abwechselung die Hannoversche Allgemeine kaufen, auch wegen der besseren Stimmung, die die Staatsmedien machen, oft zumindest. Ich habe vorher mal herauf- und hereingeguckt:

Aufmacher sinngemäß: Obama will Einschreiten in Syrien wg. Giftgas. Putin nennt das Giftgas Lügen. Meine Reaktion: Putin wird wie ein Extremist hingestellt. Außerdem will ich wissen, was da los ist, nicht wie sich zwei Politiker äußern. Will Obama Krieg? Das werden die nicht schreiben, kenn ich schon aus anderen Artikeln. Mal wieder ein Artikel zur Kriegsstimmungsmache, zur angeblichen Ausgewogenheit wird auch Putin erwähnt.

2. Artikel: Grüne Doppelnamenfrau fordert Asyl für Edward Snowden. Kein Wort darüber, dass Die Linke das im Vorstand unmittelbar forderte, nachdem seine Enthüllungen publik wurden. Hier werden die Leute bewusst dumm gehalten.

Wirtschaft: Ich wollte was darüber lesen, was EnBW mit den EWE-Anteilen macht. In der JW hatte ich die Agenturmeldung gelesen, dass sie sich davon trennen wollen. Stattdessen was über Bahlsen, geht ja noch. Als Aufmacher irgendeine Finanzregelung von der Regierung. Darüber berichten die doch sowieso nicht richtig, die Hälfte fehlt und die andere Hälfte wird verzerrt dargestellt, kenn ich schon in dem Bereich. EnBw wäre wenigstens unpolitisch gewesen, da würde die Zeitung vielleicht neutraler informieren.

HAZ, Chance verpasst, auch diesmal nicht gekauft.

ZDF: Das war für Berlin direkt (ZDF) als Berichterstattung über den Parteitag der LINKEN wichtig.(externer Link) Immerhin wurde da beschlossen, wofür Die Linke im kommenden Bundestag eintreten will: Das Bundesttags-Wahlprogramm. Nichts!
Stattdessen etwas über einen Kleinen Parteitag der SPD und zweimal Guido Westerwelle.

Ist das noch glaubwürdig, alleine von der Nachrichtenauswahl? Nichts zum türkischen Frühling? (Wahrscheinlich, weil auch die deutsche Regierung nicht reagiert).

Was ich feststelle: Die Medien werden immer weniger informativ, berichten keine Hintergründe, sondern schreiben von einander ab: DPA ist die neue staatliche Nachrichtenagentur TASS (sowjetische Nachrichtenagentur). Anderes darf nicht geschrieben werden in Medien, die einen größeren Verbreitungsgrad haben. So doof sind Journalisten nicht. Sie dürfen nur nicht schreiben. Den Eindruck habe ich. (und es gibt auch entsprechende Berichte die durchsickern)

Doch nun zu meinen Fragen:

  • Wer fühlt sich weniger informiert?

  • Wem ist das zu kompliziert? (es mird m.M.n absichtlich verkompliziert, damit man sich damit nicht beschäftigt, es langweilig wirkt)

  • Wer hat ganz einfache Fragen, wenn er einen Beitrag wahrnimmt und diese werden einfach nicht beantwortet?

  • Wer schaltet da lieber zum Sport oder zum Film?

  • Ich meine, es gibt eine Tendenz zur Entpolitisierung, soll heissen, die Leute sollen sich nicht mit Politik beschäftigen und allein durch Stimmungen gelenkt werden. Wer will das ?

Die Medien in anderen Ländern sind noch unpolitischer. Es gibt gar kein Ressort mehr für Politik. Wenn sie mal vorkommt, dann in Form von Personen. Es findet eine Bildungs-Entfernung in der Gesellschaft statt, durch Medien durchgeführt.

Früher waren Zeitungen informativer als heute, man konnte aus ihnen lernen. Das ist heute immer weniger der Fall. Es gab mal (so vor 10 Jahren) die Prämisse: Meinung und Darstellung trennen. (Vollständig geht das nicht, klar, jedes Wort ist wertend). Das wurde aufgeweicht, indem einfach wertende Aussagen von Politikern aneinandergeschnipselt wurde. Man selbst hat die Aussagen nur berichtet, 1:1. Nichts von Wertung ;-) Heute ist auch das überflüssig, es wird munter drauflos kommentiert, ohne dass man weiss, um was es eigentlich gehen soll.

In der Schule hat man mir gesagt, politische Propaganda erkenne man daran, dass Inhalt und Kommentar nicht getrennt seinen. Danach gibt es heute nur noch Propaganda in den Zeitungen, manchmal etwas weniger, manchmal etwas mehr und man muss sehen, welche Propaganda einem am glaubwürdigsten erscheint, das versucht man dann als Informationsquelle zu nehmen. Wie bei mir die Junge Welt.

Für die ewigen Bild-Leser ändert sich dadurch relativ wenig in ihrem Konsum. Aber das Bildungsbürgertum ist am Arsch. Es gibt keine Bildung für sie mehr. Sie müssten ältere Bücher lesen, um etwas zu erfahren.

Und das ist das Problem für die Linke: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum bricht weg, wird ein Objekt der Propaganda. Wenn ein sozialer, gottesgläubiger, gebildeter, intelligenter Mensch mir sagt, dass eine Flat-Tax sozial sei, dann weiss ich, dass der Staat (als unser Gemeinwesen) ein Problem hat, und die Linke völlig versagt hat und gerade einen Epic-Fail hinlegt.

Also liebes Bildungsbürgertum, ihr, die menschenfreundliche Mitte der Gesellschaft, falls jemand von Euch noch was merkt vor lauter Propaganda, sagt es weiter und KLÄRT AUF!

Das Problem geht noch weiter:
Den Medien ist zunehmend egal, wie groß ihre Glaubwürdigkeit ist. Es reicht, wenn 55% ihnen halbwegs glauben. Das reicht, um die Regierung an der Macht zu halten. Der Rest hat keine Macht. Konkurrenz gibt es nicht, die eine Meinungsführerschaft der etablierten Medien gefährden könnte. Deswegen kann man nun zur zweiten Strategie kommen: Entpolitisierung, wie oben beschrieben. Dann reichen immer weniger Prozente, die den Medien glauben. Und man kann machen was man will, selbst die Interessierten und Zweifler erfahren nicht mehr, was geschieht.

Das war meine Verschwörungstheorie für diesmal. Mal sehen, wann sie "Common sense of narrative" ist (s. Alternativlos zu Verschwörungstheorien(externer Link) ).

Gewerkschaft erpresst Mitglieder

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Opel-Werk Bochum I. Noch gibt es es Foto: Stahlkocher Lizenz: CC BY-SA 3.0
Opel-Werk Bochum I


Der Kreis schliesst sich...
Die IG Metall erpresst wieder ihre Mitglieder bei Opel in Bochum. Mit dem Film von 2004 dazu hatte ich mein Blog eröffnet. Nun sagt der Betriebsratsvorsitzende von Opel in Bochum dasselbe(externer Link) .

Die US-Firmenleitung von Opel kündigte an, das Werk in Bochum fast komplett zu schließen. Dazu hat der Gesamtbetriebsrat von Opel unter IG-Metall-Führung einen "Masterplan" verhandelt, und ihn eigenmächtig, zusammen mit dem bundesdeutschen IG-Metall-Vorstand, unterschrieben und das dem Werk in Bochum über die Presse mitgeteilt.

raus!
Den Vertrag müssen die Betriebsräte aller Werke unterschreiben. Wenn sie es nicht tun, dann sind sie "raus, und auf sich alleine gestellt". Das sind unsere tollen Gewerkschaften, die für alle etwas tun und das Gemeinwohl im Blick haben. Demokratie spielt keine Rolle.

So gehen sie sicher auch mit Mitgliedern um. Deshalb: Austreten! Jetzt! Das geht mit einem formlosen Schreiben an die Geschäftsstelle unter Beifügung des Mitgliedsausweises. Dazu spart Ihr noch Geld: 1% des Brutto. Das ist doch mal eine Tariferhöhung. Nur wenn Ihr genau der Meinung der IG-Metall-Führung seid, lohnt sich die Mitgliedschaft. Andernfalls ist jeder "raus, und auf sich alleine gestellt".

Der Vertrag für Bochum
In Bochum ist jeder "raus" , der sich gegen die Vereinbarungen im Vertrag wehrt:
- Lohnsenkungen für manche Opelaner durch eine "zweite Tarifebene"
- Streichung der Lohnerhöhungen für Alle
- Schließung eines Großteils des Werkes
- unverbindliche Visionen von neuen Arbeitsplätzen
- usw.

Demobilisierung statt Widerstand
Beim "Solidaritätsfest" durftet Ihr aber trotzdem mitmachen. Das war ein Fest wegen der Schließung. Ich wusste bislang nicht, was es da zu feiern gibt. Ich dachte, da sollte man Widerstand zeigen, z.B. jetzt noch streiken, wenn die Arbeiter noch gebraucht werden. Jetzt kenne ich aber die Gewerkschaft, und nehme ihr ab, dass sie feiert.

Das erinnert mich an ähnliche Demobilisierungsaktionen von denen, wie Arbeitsplätze zu Grabe tragen und Luftballons als Symbol für die Gefeuerten steigen lassen, auch schon, wenn noch gar nichts entschieden ist.

Gewerkschaft ist sinnlos oder ein Trojaner
Also: Austreten! Jetzt sagen sicher Einige: "Aber dann haben wir doch niemenden mehr!" und "In Betrieben, die einen Betriebsrat haben, läuft es besser, die zahlen auch mehr, gerade die Großbetriebe."

Ich sage: Die zahlen noch traditionell mehr, stellen aber Niemanden zu den alten Konditionen ein. Es gibt jetzt genug andere Möglichkeiten: Leiharbeiter, Werkverträge, Freelancer, Praktikanten, Werkverträge mit dem Ausland (dazu gab es Widerstand: Die "EU-Dienstleistungsrichtlinie" wurde erst nach Demos, dann aber quasi unverändert, abgeschlossen. Sahra Wagenknecht hat sich dagegen engagiert. DGB-Chef Sommer hat aber zum Höhepunkt der Demos alles gut gefunden. Danach war das vom Tisch, d.h. beschlossen).

Die Möglichkeiten des Weniger-Zahlens gibt es jetzt, trotz (oder vielleicht wegen? ich weiss es nicht) der Gewerkschaften. Deshalb gibt es solche Arbeitsbedingungen wie im Tarif, wenn er etwas höher ist, nur noch für die Alten. Die Neuen kriegen weniger, entweder, weil das von den Gewerkschaften so vereinbart wurde (Stichwort ERA und TVöD), die Tarife unter der Armutsgrenze sind (z.B. für Leiharbeiter), oder sie sich ohne Widerstand der Gewerkschaften umgehen lassen.

Gewerkschaften behindern Widerstand, weil sie sich an seine Spitze setzen und ihm die Macht nehmen. Besser keine Gewerkschaften, als diese!

Dann weiss jeder, dass es niemanden gibt, der sich für seine Arbeitsbedingungen einsetzt. Dann muss sich jeder selbst solidarisch organisieren, im Untergrund Widerstand machen.

Also: Austreten! Resist!

Mir fällt noch was ein:
Beobachtet mal die Warnstreiks gerade. Wer ist betroffen, wenn die Straßenbahnen nicht fahren oder die Lehrer nicht unterrrichten? In den Betrieben, wenn es eine Produktion stören könnte, gab es wirksame Streiks, selbst Warnstreiks, lange nicht mehr. Alles seltsam.

Netzpolitik -- Hobbypolitiker überfordert

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ACTA ist tod. Macht nichts, machen wir ein neues Gesetz!

Während Piraten sich streiten und Linke diskutieren, machen die Anderen alles neu. Locker 19 Themen habe ich ausgemacht, die unser Internet und unsere Datenverarbeitung zu einem Überwachungsmoloch machen sollen. Ich sehe die Zivilgesellschaft überfordert, wenn die bezahlten Leute aus allen Rohren mit Gesetzen auf unsere Freiheit schießen.

Es ist müßig, diesen ganzen Kram hinterher zu recherieren, das kann ich als einsamer Blogger gar nicht. Zeitungen schreiben die Zusammenhänge gar nicht mehr auf. Sie sind Hofberichterstattung; die HAZ ist heute auf dem Niveau von "Bunte". Bild ist das Leitmedium, mit ca. 20 Zeilen Politik pro Tag. So entstehen Meinungen, aber kein Wissen. Die Politiker der von der Presse ungeliebten Parteien --der Parteien, gegen deren Interesse die Meinungsmache geschieht-- sind als einzige bezahlt dafür, aufzuklären. Z.B. die Politiker der Linken sind im Parlament fleißig und sind informiert und schreiben viele Papiere, manchmal auch in einer linken Zeitung. Aber niemand sonst schreibt das in einer allgemeinverständlicher Form auf, die auch noch Spaß macht, zu lesen.

So wundern sich Piraten und Linke über wenige Stimmen, und dass sie als Spinner wahrgenommen werden. Wenn aber Niemandem gesagt oder geschrieben wird, was abgeht und wie sich das einordnet, so bleibt es bei der Stimmungsmache von ARD, FAZ und Bild.

Alleine die Hobbypolitiker ohne Mandat können den ganzen Kram nicht bewältigen, ebenso nicht die Blogger.

Also, liebe Leute, schließt euch zusammen und arbeitet mal zusammen. Die Organisationen der Partei Die Linke können nicht zusammenarbeiten, das weiss ich. Über die anderen schweige ich mangels Erfahrung.

Zwei Beispiele aus Braunschweig:

  • die Piraten haben die Kommunalpolitik und Atomkraft als ihre neuen Kernthemen erkannt. Sucht mal auf piratenpartei-braunschweig.de(externer Link) nach netzpolitischen Themen und Überwachungsthemen, wofür die Piraten hauptsächlich gewählt wurden

  • die Linke ist aus dem Landtag geflogen. Netzpolitik ist bei denen nur ein Thema unter Vielen. Sie haben jetzt landespolitische Erfahrung aus dem Parlament. Diese wollen sie weiterhin für ihre Themen nutzen und sich quartalsweise zur Landespolitik zusammen setzen. Quartalsweise? Ist das nicht zu viel? Reicht nicht eine gemeinsame Weihnachtsfeier?

So viel nur zu den tatsächlichen Aktivitäten, die außerparlamentarisch stattfinden. Es ist nicht viel, gegenüber 19 Netzpolitikthemen in 4 Tagen.

Hier mal eine Aufzählung des Generalangriffes auf freie und geschützte Daten, zusammengetragen im Wesentlichen aus Meldungen der letzten vier Tage von heise.de.

1) TAFTA(externer Link)

2) IPRED(externer Link)

3) Leistungsschutzgesetz(externer Link) ..und nochmal(externer Link)

4) E-Government-Gesetz(externer Link)

5) DE-Mail-Gesetz(externer Link)

6) ELENA(externer Link)

7) maschininenlesbarer Personalausweis(externer Link)

8) Vorratsdatenspeicherung(externer Link)

9) Jugendmedienschutzstaatsvertrag(externer Link)

10) Island will normale Pornos sperren(externer Link)

11) Funkzellenabfrage(externer Link)

12) zertifizierter Online Banking-Trojaner(externer Link)

13) Staatstrojaner(externer Link)

14) Apple-Armband statt Fußfessel(externer Link)

15) angebliche Sicherheitstechnik(externer Link)

16) US-Cloud-Überwachung(externer Link)

17) digitale Agenda(externer Link)

18) Polizeistreifen in sozialen Netzwerken(externer Link)

19) Identitätsdiebstähle(externer Link)

20) Sachsens-Anhalts Polizeigesetz(externer Link)

Bei dem ganzen Zeug denke ich manchmal, man sollte das Internet und Handys verbieten, dann hätten wir vielleicht mehr Freiheit. Julian Assange sieht es übrigens ähnlich(externer Link) , sieht aber noch Hoffnung in Krytograpie, im Untergrund entwickelt, weil die Staaten das nicht wollen.

Alles im Netz ist Bewerbung

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... um einen Job. Willst Du das? Willst Du nicht auch mal privat sein im Netz, Freude und Trauer ausdrücken, Dich über Probleme austauschen? Wenn Du auf Jobsuche bist, geht das bald nicht mehr. Alle Anderen sind nur noch über Facebook oder andere a-soziale Netze zu erreichen. Das anonyme Forum stirbt aus.

Manchmal sollte man nicht über die nächste Bewerbung nachdenken. Foto: Petar Milošević Lizenz: CC BY-SA 3.0
Frau mit Laptop


Und Deinen Facebook-Account will der Arbeitgeber sehen: "»Geben Sie uns bitte ihr Facebook-Paßwort«. Mit dieser Aufforderung sehen sich immer öfter Arbeitssuchende bei Vorstellungsgesprächen in den Vereinigten Staaten und Großbritannien konfrontiert. Die Personalabteilungen wollen dabei sichergehen, daß ihre künftigen Lohnabhängigen keine für das Unternehmen nachteiligen Anschauungen pflegen oder suspekte Bekanntenkreise aufweisen." schreibt Tomasz Konicz(externer Link) in der jungen Welt (online-Abo ist eine gute Sache)(externer Link) .

Das Netz wird mit immer besseren Methoden durchsucht. Graph-Datenbanken sind das Zauberwort. Das Netz wird dabei auch in der Datenbank als Netz (Graph) dargestellt. Früher waren die Datenbanken Tabellen, in denen der Computer suchte. Das bewahrte uns bislang vor all zu guten Suchergebnissen, und der Nick im Forum war noch relativ sicher davor, aufzudecken, wer man ist. Wenn wir heute alles auf einer Plattform und einem Login machen, und die neuen Graph-Datenbanken angewandt werden, weiss Facebook schon mehr über Einen als der beste Freund, und vielleicht sogar als Du selbst über Dich.

Die Graph-Datenbanken sind eher Suchmaschinen als konventionelle Datenbanken. Gemacht um Daten hineinzukippen, in das Graph-Format zu bringen und dann zu durchsuchen. Oft sind sie sogar nicht mal für den Mehrbenutzerbetrieb ausgelegt, nicht für den Serverbetrieb, sondern ganz billig "embedded databases". Create-Read-Update-Delete geht oft nicht gleichzeitig. Nicht für eine ernsthafte Anwendung gemacht, sondern einfach nur zur Datenanalyse.

Ein Beispiel ist die Datenbank DEX(externer Link) . Sie wird gerade von einer Firma(externer Link) genutzt, die 10 Millionen Bewerberprofile darauf verwalten will, aus Spanien, Brasilien und Deutschland. So wird der globale Arbeitsmarkt Realität. Die spanischen Bewerber hoffen auf deutsche Gehälter in Spanien, die deutschen Auftraggeber auf spanische Löhne in Deutschland. Wie kann eine Unterbietungskonkurrenz verhindert werden? Die Qualifikationen sind transparent wie nichts Gutes:

"Traditional solutions, even modern Big Data solutions could just not cope with the complexity involved to support this level of analysis in near real-time, especially considering feedback loops from previous customer engagements, and relationships between candidates, sponsors and customers – typical requirements in the area of “social analysis”. "

Das ist genau das was Tomasz Konisz schreibt: "Die prekären Internetproletarier werden ihre Fähigkeiten und Zertifizierungen auf Jobportalen wie Top-Coder der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Doch zugleich werden sich dort die Bewertungen aller ehemaligen Unternehmer finden, die künftig auf Grundlage der derzeit entwickelten Verfahren des »Human-Cloud-Management« ermittelt werden. Jeder ehemalige »Arbeitgeber« wird so die Leistungen der Cloud-Worker nach Abschluß des jeweiligen Projekts bewerten können, was den Erfolgsdruck dieser Tagelöhner trotz prekärer Stellung ungemein steigern dürfte. Absolut transparente Bewertungen auf offenen Internetplattform werden das grausamste und auch zuverlässigste Kontroll- und Disziplinierungsmittel in der »People Cloud« darstellen."

Sehen jetzt bald alle Internet-Seiten von Leuten so aus: www.thomaskeller.biz/blog/(externer Link) und in seinem Lebenslauf steht auch gleich sein Xing und Google+ Account. Der Mann kann was, ist Debian-Maintainer, und trotzdem eine Bewerbungs-Webseite. Der Mann kann nicht mehr privat im Web seinen Namen hinterlassen, alles wird bei seinem nächsten Auftraggeber gesehen.

Und was dagegen tun? Vielleicht mal wieder anonym surfen und chatten (das geht). Damit verringerst Du auch den Druck auf Andere, viele Daten preisgeben zu müssen.

Ansonsten... Lasst Euch was einfallen!

Braunschweig und Hannover: Nazi-Mahnmale amputiert

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Da flog mir heute eine kuriose Pressemitteilung der Stadt Braunschweig ins Postfach: "Leuchtschrift wird abgebaut" und zwar von dem eindrucksvollsten Mahnmal in Braunschweig, das an die Nazizeit erinnert.

Die Leuchtschrift sieht so aus
Die Zukunft hat eine lange Vergangenheit

und sie steht auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Schillstraße in Braunschweig.

Lest selbst:
"Die blaue Leuchtschrift „Die Zukunft hat eine lange Vergangenheit“, Bestandteil der Gedenkstätte Schillstraße, wird im Zuge der Umgestaltung des ehemaligen Postareals, das von der Volksbank BraWo erworben wurde, in den kommenden Tagen demontiert. Die Gebäude auf dem ehemaligen Posthof, darunter auch jenes, an dem die Leuchtschrift angebracht ist, werden abgerissen.

Die Stadt Braunschweig und die Volksbank haben in Gesprächen mit der Künstlerin Sigrid Sigurdsson sowie dem Arbeitskreis Andere Geschichte e.V., der im Auftrag der Stadt Braunschweig die Gedenkstätte betreut, vereinbart, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die auf die Geschichte des KZ-Außenlagers an diesem Ort verweisen. Die bisherige Leuchtschrift wird zwar eingelagert, kann aber nicht wieder angebracht werden, da sie nicht mehr voll funktionstüchtig ist."

Mein Kommentar:
Das Gelände ist seit mindestens einem Jahr verkauft und es war klar, dass die Gebäude abgerissen werden. Genug Zeit, um sich um ein Konzept für die Leuchtschrift und das Denkmal zu kümmern. Anscheinend haben sich der Arbeitskreis Andere Geschichte und die Künstlerin auf der einen Seite und die Stadt auf der anderen Seite nicht einigen können, denn das Ergebnis des Gesprächs war wie vor dem Gespräch: Sie wollen (und müssen) sich einigen.

Die Leuchtschrift können sie nicht reparieren? Jede Werbeschrift ist aufwendiger. Da fehlt es wohl am Willen (und ich würde jetzt gerne nicht erwähnen, dass wir ja einen CDU-(ex NPD)-Bürgermeister in Braunschweig haben).

Hier noch einige Eindrücke von dem Denkmal:

Gesamtansicht. Im Vordergrund ein Kriegerdenkmal für Soldaten
Gesamtansicht
Eine Aufschrift des großen Denkmales
Aufschrift
Es handelt sich auch um ein Grab
Denkmalsgrab
Es soll auch an die Wehrmachtssoldaten, die für Volk und Vaterland gefallen sind, erinnern. Deshalb wurde es 1955 dazu 'geweiht'. Das Nazi-Mahnmal wurde erst 2000 herum errichtet.
1955
Ohne Worte
2000
An der Mauer hängen Tafeln zur Geschichte mit persönlichen Erfahrungsberichten.
Tafeln an der Mauer

Erklärung zu dem Mahnmal aus der Pressemitteilung:

"Auf dem Gelände des ehemaligen Posthofs an der Berliner Straße befand sich in der Zeit von 1944 bis 1945 das KZ-Außenlager Schillstraße. Im Jahr 2000 errichtete die Stadt Braunschweig unmittelbar an das ehemalige KZ-Außenlager angrenzend die Gedenkstätte „KZ-Außenlager Schillstraße“. Teil dieser Gedenkstätte ist eine künstlerische Gestaltung der Hamburger Künstlerin Sigrid Sigurdsson, die eine blaue Leuchtschrift mit einem Zitat aus rabbinischen Schriften „Die Zukunft hat eine lange Vergangenheit“ beinhaltet. Die Leuchtschrift war bisher an einem Gebäude auf dem Gelände des früheren Posthofs angebracht."

Wer mehr zur Geschichte Braunschweigs von 1933 bis 1945 erfahren will: www.vernetztes-gedaechtnis.de(externer Link) . Multimedial und mit Bild und Ton.

Ergänzung aus Hannover:
Es gibt dort auch ein Mahnmal.

Das Mahnmal in Hannover heute
Mahnmal in Hannover 2012

In der Mitte sollen sich Menschen hinsetzen können und miteinander reden. Die Namen von Toten stehen in den Wänden des Denkmales. Leute haben sich beschwert, dass es beschmiert und verdreckt wurde. Jetzt ist der Zaun drumherum.

Update zu Hannover
In Hannover ist das Mahnmal jetzt wieder restauriert und es ist wieder ein Ort mit Aufenthaltsqualität.

Überwachung und Cyberwar aktuell

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  • "Es ist einfach, die komplette Telefon- und Internet-Kommunikation zu speichern. Also jedes Telefongespräch erstmal auf Vorrat zu speichern. Das wird in vielen Staaten schon gemacht."
  • "An den Grenzen wird der komplette Internetverkehr überwacht."

Das sind sinngemäße Aussagen der Cypherpunks: Andy Müller-Maguhn vom CCC, Jérémie Zimmermann von www.laquadrature.net(externer Link) aus Frankreich, Jake Appelbaum vom Anonymisierungsprojekt Tor(externer Link) in den USA und Julian Assange.

Der BND sagte, dass er Prozesse verlangsame, um sie besser zu kontrollieren. Das sagt Andy-Müller Maguhn.

Wer mehr dazu wissen will und Analysen hören will, was wir machen können, dem sei das Video auf assange.rt.com(externer Link) empfohlen. In Englisch und sehr interessant.

Hier der Promo:

(der ganze Film bei: assange.rt.com/cypherpunks-episode-eight-full-version-pt1/(externer Link) )

Besonders weil jetzt unsere komplette Staatssicherheitsführung wechselt (Bundespolizei, Verfassungsschutz, Polizei, z.B. in Hannover), wissen wir nicht, was auf uns zukommt.

Zum praktischen Schutz für die, die sich die technische Mühe machen wollen und die Techniken nutzen wollen, die uns noch bleiben, gibt es die private Seite www.awxcnx.de(externer Link) .

Zum "Cyberwar", eine andere staatliche Internet-Domäne, sprechen Fefe und Frank vom CCC mit dem Hacker FX. Sie meinen einhellig, dass Bugs und Exploits Waffen sind, die Leben kosten können. Hier der Link: alternativlos.org/25/(externer Link)

Wie können nur auf einsichtige Staaten hoffen.

Update: Die beiden machen's!

Posted in
Katja Kipping, * 1978 Dresden, Quelle: sozialisten.de, Wikipedia
Katja Kipping
Katharina Schwabedissen, * 1972 Bielefeld, Quelle: dielinke-nrw.de
Katharina Schwabedissen


Warnhinweis:

Dieser Text beruht mehr auf einer Stimmungslage als auf großer Recherche. Deshalb nur als Anregung verstehen und das eigene Urteil worüber auch immer bilden!

Update (Sa. 2.6.2012, 22:25):

Nach den Vorstellungen der männlichen Kandidaten: Ernstzunehmend sind nur Bernd Riexinger und Dietmar Bartsch. Riexinger erscheint auch recht sympatisch und bemüht. Vielleicht ist er tatsächlich ein Gewerkschafter, der sich für die politische Arbeit der Gewerkschaften einsetzt. Er hat fast nur über Arbeit und Arbeitsbedingungen geredet. Dietmar Bartsch ist viel mehr Profi und redet viel besser. Es war sicher für beide sehr anstrengend, sich den Fragen zu stellen. Aber meine Meinung bleibt: Ich würde keinen von beiden wählen. Die Linke wohl schon, es kann nur eine Partei Die Linke geben. Damit ist jetzt Schluß mit diesem Thema. Alles Gute Linke.

Update (Sa. 2.6.2012, 21:03):

Katja hat's gemacht. Die anderen auf der gemischten Liste halte ich nicht für gut. Aber unbestätigten Meldungen zufolge will Sahra Wagenknecht jetzt kandidieren. Sie ist sicher gut. Hoffentlich wird sie nicht zu stark polarisieren und dort zerrieben. Hoffentlich kein Phyrrus-Sieg für die Leute, die ich für gut halte. Sahra will keinen Showdown!

Update (Sa. 2.6.2012, 19:55):

Katharina hat zurückgezogen :-( Stattdessen den Riexinger, Gewerkschafts-Chef und Looser, will ich nicht :-( (Boah, ist der langweilig ...:-( (bei Youtube 1(externer Link) bei Youtube 2(externer Link) ). Dass der jetzt wahrscheinlich gewählt wird, ist wohl der Delegiertenzusammensetzung geschuldet. Ungefähr die Hälfte ist Gewerkschaftsmitglied. Da kenne ich ja persönlich fähigere Leute, die (teilweise ehemals) in der Linken aktiv sind/waren. Oje, oje...


Ich bin für die beiden (Katharina und Katja). Sie werden die Linke wieder zu einer dynamischen Partei machen.

Sie treten im Doppelpack für den Parteivorstand an, der am ersten Juni-Wochenende in Göttingen gewählt wird.

Katja ist für das Bedingungslose Grundeinkommen, strikt gegen Hartz-IV, Vorsitzende im Sozialausschuß des Bundestags, nachzulesen bei der Linksfraktion(externer Link) und bei Wikipedia(externer Link) . Sie gibt auch das Magazin 'Prager Frühling'(externer Link) heraus. Sie hat auch eine aussagekräftige Homepage(externer Link) . Ihre Texte kann ich nachvollziehen und finde ich meistens richtig und gut, besonders dass sie für Freiheit und Selbstbestimmung ist anstelle "der Staat soll's richten". Der Staat ist für die Rahmenbedingungen da, und dann sollen die Leute, relativ gesichert, mal losmachen. Das entspricht auch meinem Politik- und Staatsverständnis. Und das wichtigste: Sie ist dafür, dass Politik und Engagement in der Linken Spass machen! Das fehlt total!

Ob nun, wie ich finde, ein nichtssagender und langweiliger Dietmar Bartsch die Partei führt, oder wieder mal Lafontaine, der wegen seiner hoffentlich überstandenen Krankheit und seines Alters lieber der "Libero" in der Führungsmannschaft der Linken sein sollte: Beide wären für ein "Weiter So", ohne die Interessen jüngerer Leute zu projizieren, ohne eine Dynamik in der Partei zu entfachen, ein "Jetzt machen, diskutieren und tun wir was", "Jetzt kann ich mich einbringen".

Für beides stehen Katja und Katharina. Auf Medien legt Katja Kipping wert, sonst hätte sie nicht ihre eigene Zeitschrift gegründet.

Und darauf kommt's an: In der Medienwelt seine Stimme klar und trotzdem gut begründet zu Gehör zu bringen. Beides, zeigt Katja Kipping in ihren Texten, kann sie.

Laut ihren kurzen Vorstellungstext zur Kanditatur(externer Link) ist ihnen besonders wichtig, dass Leute sich in die Partei einbringen können, dass man mitmachen kann. Das fehlte mir total in der Partei. Das soll ja selbst auf Parteitagen so langweilig sein, schreibt der Prager Frühling hier(externer Link) , nicht nur in den Mitgliederversammlungen in der Ortsgruppe.

Über manche Position kann man streiten, z.B. dass das Bedingungslose Grundeinkommen nicht zur Lohnsubvention verkommen darf und nicht zu Lohnsenkungen führen darf. Ich nehme aber an, dass die Beiden diese Diskussion führen werden. Immerhin gehört Katja Kipping zur Emanzipatorischen Linken(externer Link) , die sich Diskussion auf die Fahnen geschrieben hat.

Katharina Schwabedissen(externer Link) ist erst seit 2004 in der Politik. Sie kann recht gut vor den Medien sprechen, zu hören bei der Pressekonferenz zur verlorenen Wahl in NRW(externer Link) .

Sonst liest man wenig zu ihr. Ein Plus ist auch, dass sie christliche Pfadfinderin war. Vielleicht akzeptieren die Linken dann auch, dass die Kirche durchaus für die Ziele der Linken ist.

Also, in der ersten Woche nach Pfingsten: Da geht's wieder los mit der Linken!

Ergänzung 25.5.2012

Das Team um die Beiden finde ich nicht so Klasse:

Jan van Aken:

bei abgeordnetenwatch.de hat er nicht auf Fragen zu Afghanistan, was denn nun die "Aufständischen" seiner Meinung nach seien, ob sie nicht nach Völkerrecht Freiheitskämpfer seinen, geantwortet. Ebenso nicht darauf, wie er die Rolle der USA in der UN bewertet. Meiner Meinung nach Sachen, die von den Medien totgeschwiegen werden. Ebenso wie es van Aken tut. Ich nehme an, dass er die USA im Prinzip ok findet. Das sagt auch seine Antwort zu Atomwaffen aus: Sie sollten generell verboten werden. Wenn er es ernst meint, ist es naiv. Die USA werden immer in der Lage sein, Atomwaffen zu produzieren. Ich glaube, er ist nicht naiv. Von daher sehe ich ihn auch eher rechts. Er könnte auch bei den Grünen sein. Keine Ahnung wo er steht. Friedenspolitisch ist es wohl ok(externer Link) .

Außenpolitisch ist die Linke sowieso seltsam still: Zu Libyen und Syrien ist sie still, was Pressemitteilungen betrifft. Wenn sie da solche Leute vorne hat, die rufen "Keine Waffen", aber nicht benennen, wie und von wem Konflikte beginnen, kommt da nichts raus. Wahrscheinlich sind sie sich nicht einig oder sogar einig darin, dass eine Schürung der Bürgerkriege in Libyen und Syrien ok war.

Korrektur nach Googlen: Zu Syrien und Libyen hat sich Die Linke doch positioniert.

Nicht zuletzt durch das Stillhalten der Linken Friedensbewegung in Europa Deutschland war es möglich, dass die NATO Libyen bombardieren konnte. Bei dem Ostermarsch 2011 in Braunschweig z.B. war das keine Thema, obwohl zu dem Zeitpunkt der Krieg tobte. Ersten Schätzungen zufolge haben mindestens 50000 Libyer die »Operation vereinigte Beschützer« nicht überlebt.(externer Link)

Caren Lay:

Sie hat schon eine Grüne Vergangenheit: Redenschreiberin von Renate Künast vor 2004. Komisch, dass sie erst da begriff, was die SPD und Grünen für Parteien sind. Die Hartz-Gesetze begannen schon früher, ebenso die Terror-Sondergesetze wegen dem 11. September 2001. Sie ist im "Forum demokratischer Sozialismus". Das sind die Rechtsausleger aus Berlin, die da schon unsoziale Politik gemacht haben. Wegen denen hat sich die WASG gegründet. Was das "Forum demokratischer Sozialismus" will, erschließt sich mir nicht genau aus ihren selbstveröffentlichten Texten. Seltsamer Verein. Von denen sollen die Intrigen, die zum jetzigen Chaos geführt haben, kommen. Eigentlich sollte die lieber wieder zu den Grünen gehen. Der letzte Satz war nicht gut. Für dieses Urteil sollte man(ich) sie besser kennen. Außerdem sollte man sich (ich mich) nicht von irgendwas gelesenem gleich so ein Urteil fällen. Ich nehme an, sie ist gut der Linken aufgehoben, sonst würde sie sich wohl kaum für sie engagieren.

Von Thomas Nord und Brigitte Ostmeier habe ich so schnell nichts Erhellendes gefunden.

Resumee

Jetzt ist doch nichts aus dem Jubelartikel geworden. Aber jetzt ist sowieso Chaos in der Partei. Jetzt sollte man auch sagen, was Sache ist, und nicht weiter Einmütigkeit heucheln. Da kommt dann sowas raus, dass die Linke nicht handlungsfähig ist, wie an den ausbleibenden klaren Aussagen zu erkennen. Vielleicht sind klare Aussagen einer großen Parteiführung gar nicht zu bekommen. Meinungsbildung ist kompliziert. Bloß beim Parteiprogramm konnte man sich einigen, bei der Bestimmung der Leute an der Spitze geht die Repräsentativ-Demokratie los, da hat nicht mehr die Mitgliedschaft so einfach zu entscheiden. Es gibt eine Klüngel hinter den Kulissen. Die "Rechten", wer immer das genau ist und was sie für öffentliche und verschwiegene Ziele haben, können das ganz gut. Ein Parteiprogramm zu beeinflussen ist für sie schwerer. Vielleicht hat Albrecht Müller recht, indem er behauptet(externer Link)

"Die Fremdbestimmung der SPD ist leider in weitem Maße gelungen. Jetzt steht die entsprechende Operation bei der Linkspartei an. Deshalb auch die harten Gefechte. Leider merken es maßgebliche Leute in der Linkspartei offenbar nicht. Andere sind in das Prozedere eingebunden. Davon bin ich fest überzeugt. Bei der SPD habe ich es hautnah erlebt und ich weiß, wer an diesem Prozess der Anpassung der SPD an die herrschende Linie maßgeblich beteiligt war.

Allerdings werden die Namen jener, die den Prozess von innen begleiten, nicht öffentlich angeschlagen. Dann wäre diese Operation futsch, die Arbeit umsonst.

Das ist das Problem der kritischen Begleitung dieser undemokratischen Vorgänge. Wir sind sehr sicher, dass es diese Vorgänge gibt, aber wir können sie nicht belegen. Müssen wir deshalb dazu schweigen? Meines Erachtens nicht. Wer die Existenz von Einflussagenten in den Parteien des linken Spektrums nicht glauben will, kann getrost darauf verzichten. Sie oder er werden dann aber immer wieder rätseln müssen, weil sie wichtige Vorgänge nicht mehr verstehen."

Und mein Gegenrezept: Nicht schweigen, sondern von den Leuten oben fordern, zu sagen, was sie wollen und wie sie zu solchen Entscheidungen gekommen sind.

und als Letztes:

Deshalb finde ich Katja und Katharina so richtig an der Spitze. Sie sollen gar nicht unbedingt ihr eigenen Positionen durchboxen. Von ihnen erwarte ich viel mehr: Dass sie es schaffen, dass die Parteimitglieder mehr die Positionen bestimmen können, die Die Linke vertritt, wie bei dem Parteiprogramm. Das ist das Beste gegen Klüngelwirtschaft und Unterwanderung durch eine Minderheit. Echte Demokratie durch echte Demokratie.

Das traue ich den Beiden zu.
Wenn Ihr Leser da draußen mit macht. Es ist auch Euer Gemeinwesen, das ihr mitgestalten solltet.

Piraten und Die Linke zum Urheberrecht

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Ein Vergleich der Positionen Der Linken und der Piraten. Ergebnis: Beiden stimme ich als "Netzaktivist" zu. Beide wollen bis auf einen Punkt dasselbe, verkaufen es nur mit anderen Worten.

Der Vergleich beruht auf dem Positionspapier der Linksfraktion im Bundestag(externer Link) und dem was die Piraten auf ihrer Webseite(externer Link) formuliert haben.

Die Piraten schreiben im Vorwort:

Wie jede bahnbrechende Neuerung erfasst diese vielfältige Lebensbereiche und führt zu tief greifenden Veränderungen. Es ist unser Ziel, die Chancen dieser Situation zu nutzen und vor möglichen Gefahren zu warnen. Die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen im Bereich des Urheberrechts beschränken jedoch das Potential der aktuellen Entwicklung, da sie auf einem veralteten Verständnis von so genanntem “geistigem Eigentum” basieren, welches der angestrebten Wissens- oder Informationsgesellschaft entgegen steht.

Meine Meinung:
Sie wollen also vor möglichen Gefahren warnen und Chancen nutzen. Wie jeder gute Manager auch ;-) ja ja, "tief greifende Veränderungen", sagt jeder vom Internet und überhaupt auch der Manager. Konkret wird es so richtig trotzdem nicht. "veraltetes Verständnis von sogenanntem geistigem Eigentum" : Die Piraten haben also den Durchblick und wissen was das neue Verständnis ist? Dass es Probleme damit gibt, ist bekannt. Es fehlt allein die Lösung. Wie können Produzenten und Nutzer einen "gerechten" Vorteil aus dem Produkt ziehen? Was ist gerecht hierbei? Es folgen hoffentlich Antworten.

Die Linke schreibt hierzu im Vorwort:

Seit es das Urheberrecht gibt, ist es umstritten. Es bewegt sich im Spannungsfeld zwischen den Schutzinteressen von Kreativen, von Geschäftsmodellen der Medienindustrie auf der einen, und von Nutzerinnen und Nutzern, von Öffentlichkeit auf der anderen Seite.

und

DIE LINKE setzt sich dafür ein, Nutzer wie Urheber zu stärken, ihre Interessen in den Mittelpunkt der politischen Diskussion und der Weiterentwicklung des Urheberrechts zu stellen und die Chancen der Digitalisierung für den kulturellen Austausch offensiv zu nutzen.

Meine Meinung:
Die Linke sieht ein, dass das Urheberrecht schon immer umstritten ist. Im nicht zitierten Teil beschreibt sie, dass durch die Digitalisierung kopieren einfacher wird. Wenigstens nicht wieder: "Große Umwälzungen durch das Internet" oder so ein Kram, den wir heute nicht überprüfen können. Und nicht "Wir haben den Durchblick" wie die Piraten. Managersprech auch hier, man muss ja positiv wirken: "stärken" und "Chancen offensiv nutzen".

Ansonsten eben ein Bla-Bla bei beiden, aber kein Unterschied in Positionen.

Jetzt zu den konkreten Forderungen:

Kopierschutz

Piraten:

"Die Schaffung von künstlichem Mangel aus rein wirtschaftlichen Interessen erscheint uns unmoralisch, daher lehnen wir diese Verfahren ab."

Linke:

"Technische Schutzmaßnahmen und Vertragsbedingungen dürfen die Möglichkeit zur Privatkopie und zur uneingeschränkten Nutzung nicht unterlaufen." und "DIE LINKE fordert ein Recht auf Weiterverkauf von digitalen Kulturgütern.

Meine Meinung:
Die Piraten lehnen das ab. Geht das auch in Gesetzesform? Schließlich kann jeder ein kopiergeschützes Gut verkaufen. Soll das verboten werden?

Die Linken beschränken sich auf einzelne Teile, die man im Verbraucherschutz vielleicht realisieren könnte. Leider sagt Die Linke nicht, dass man einfach das Gesetz, das die Verbreitung von Kopierschutz-Lösch-Tools verbietet, abschafft. Das wäre am einfachsten.

Die Piraten fordern das implizit im Abschnitt

Freies Kopieren

Piraten:

"Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern, denn dies stellt eine essentielle Grundvoraussetzung für die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft dar." und Durch nichtkommerzielle Vervielfältigung werden "die Interessen der meisten Urheber entgegen anders lautender Behauptungen von bestimmten Interessengruppen nicht negativ tangiert."

Linke:

"Wir fordern deshalb, Open Access-Veröffentlichungen als Bedingung für Forschungsförderung zu machen. Wissenschaftliche Autorinnen und Autoren sollen darüber hinaus das Recht erhalten, ihre Forschungsergebnisse sechs Monate nach einer Veröffentlichung auf klassischem Wege auch unter Open Access-Bedingungen zu publizieren."

"DIE LINKE will die Verbreitung und Nutzung freier Lizenzen fördern."

"DIE LINKE setzt sich dafür ein, alternative Vergütungssysteme durch entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen und eine Reform der Verwertungsgesellschaften zu unterstützen."

Meine Meinung:
Hier gibt es Unterschiede.
Die Linke will andere Möglichkeiten mehr evolutionär unterstützen.
Die Piraten wollen einfach eine "alles-frei"-Revolution.

Über die Auswirkungen zeigen die Piraten offen Unsicherheit. So schreiben sie:

"Wir sehen es als unsere Verantwortung, die Schaffung von Werken, insbesondere im Hinblick auf kulturelle Vielfalt, zu fördern. Positive Effekte der von uns geforderten Änderungen sollen im vollen Umfang genutzt werden können. Mögliche, aber nicht zu erwartende, negative Nebenwirkungen müssen bei deren Auftreten nach Möglichkeit abgemindert werden."

Hier will also im Fall des Falles die Piratenpartei mehr staatliche Eingriffe als die Linken. Das ist neu.

Das private Recht auf Geld für Kopien wollen die Piraten also abschaffen.
Übrig bleibt das gewerbliche Recht.
Dazu haben sie folgende Vorschläge:

"Es sind daher Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine faire Rückführung in den öffentlichen Raum ermöglichen. Dies schließt insbesondere eine drastische Verkürzung der Dauer von Rechtsansprüchen auf urheberrechtliche Werke unter die im TRIPS-Abkommen vorgegebenen Fristen ein."

Die Linken dazu:

"'So lange wie nötig, so kurz wie möglich' Schutzfristen im Urheberrecht legen fest, wie lange ein kulturelles Werk nur mit Zustimmung der Rechteinhaber genutzt werden darf. Dies ist für die soziale Absicherung von Urheberinnen und Urheber grundsätzlich richtig. Schließlich sollen Kreative von ihrer Arbeit leben können. Heute aber gelten Schutzfristen bis zu 70 Jahre nach dem Tod der Urheberin oder des Urhebers. Ein solches Erbrecht ist mit unseren Vorstellungen von gerechter Verteilung nicht vereinbar."

Eine Verkürzung wollen beide, die Piraten "fair", die Linken "gerecht".

Der einzige Unterschied ist also, dass die Piraten für private Nutzung das Urheberrecht aufheben wollen, einfach so.

Ich überlege gerade, welchen Job ich haben müsste, um die Piraten in diesem Punkt abzulehnen. Es fällt mir gerade mal der Inhaber einer großen Filmproduktionsfirma ein. Ansonsten: Journalisten, Bücherschreiber, Musiker, Schauspieler verdienen bis auf ein paar Stars doch heute auch nichts. Deshalb hat sogar die Lösung der Piraten ihren Charme.

PS.: Die Linken haben noch ein paar Dinge klar gestellt. Dort sollten sie aber 1:1 mit den Piraten übereinstimmen: ACTA und Gegen Internetsperren, Warnhinweise und Netzüberwachung.

Das Internet macht Ihr selbst kaputt!

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...jawohl! Wenn ihr selbst nur nach "Geschäftsmodellen" und Jobs sucht. Das Internet ist für den Austausch von Ideen, Meinungen und Gedanken und um Menschen zu finden. Dazu noch eine Enzyklopädie, wie Wikipedia z.B. Hier gibt es nichts zu verdienen. Bitte weitergehen, ihr Geschäftemacher!

Nicht Google oder Facebook machen es kaputt. Ihr macht Google kaputt, mit Eurem professionellen "SEO". Eben war ich aus machdudas.de. Da gibt es Jobangebote für Kleinkram und Hauhaltshilfe, Garten usw.. Doch 173 von 551 Angeoten sind "Internet". Was wird da gemacht? SEO (Google-Ranking verbessern) und Texte für Blogs schreiben. Ja, Blogs sind nicht mehr Hobby, sondern Geschäft. Das Internet ist nur noch Werbemüll! Natürlich gibt es noch "richtige" Blogs, so wie dieses hier. Doch die findet kaum noch einer, weil die Professionellen Google mit Geld, d.h. mit gekaufter Manpower, überlisten, so dass ihr Schwachsinn oben steht. Und der Inhalt ist auch gekauft, Auftragsarbeit.

Wie habe ich blog.fefe.de(externer Link) gefunden ? Nicht durch Google, sondern durch Weitersagen.

Eine andere Rubrik dort ist "Kreativ" (57 Angebote). Dort ist ein Angebot z.B. "Gewinnspiel auf Facebook bewerben" oder auch "Webbanner 30 Stück".

Jede Gesellschaft bekommt das, was sie verdient. Also wenn ihr Euch nicht um Euer Internet kümmert, ist es bald weg.

Auf der Internet-Konferenz "republica", so schön als Basis-Konferenz beschrieben, geht es viel um "Geschäftsmodelle". Sie ist finanziert von Daimler, der comDirekt-Bank und Spiegel-Online.

Den Braunschweiger Webmontag(externer Link) " gibt es auch. Gibt es da was Schönes von Unten ? Eher nicht. Sondern "“PLAYSYS” - Ein Digital Signage Social Network (Jonathan Beddig)". Wer jetzt glaubt, da gehe es um Krypto oder Unterschriften, liegt falsch.

Eine Ecke am Bahnhof mit 'Digital Signage'
Reklame am Bahnhof Braunschweig

Es geht um die tolle Idee, die Stadt vollzupflastern mit Bildschirmen und dort Werbezeit meistbietend zu versteigern. Danke, Jonathan, das brauche ich jetzt. Du hast "Medienmanagement" studiert. Wenn da so was wie Dein neuer Job herauskommt: "Zerschlagt diesen Studiengang! Angebliche Professoren zu Hartz-IV-Opfern!" .

Diese Nachricht liest man in ganz Deutschland, ob am will oder nicht. Wollt ihr das überall?
Polit-Reklame am Bahnhof Braunschweig

Oh je, und diesen Mist willst Du auch noch in Braunschweig starten! Ich werde einen Antrag an den Stadtrat vorschlagen, dass Bewegtwerbung verboten wird im öffentlichen Raum! Tschüß Jonathan, überleg Dir was Nützliches!

Leider wird das wohl nichts mit dem Antrag.

Also vielleicht eher "Tschüß friedlicher öffentlicher Raum". Und "Tschüß Internet".

Es sei denn, ein paar Geeks überlegen sich ein Sub-Internet, ohne Werbung. Z.B. i2p www.i2p2.de(externer Link) . Das ist heute schon schöner. Nur seehr langsam. Die Software könnte auch stabiler sein.

Und ihr überlegt Euch mal, was ihr tut. Also was eure Arbeit bewirkt. So wie dem Internet geht's nämlich überall. Nur was produziert wird, gibt es. Was es gibt, wurde produziert. Also bestimmt Euer Arbeitgeber, was es gibt, wie Eure Umwelt aussieht.

Also macht was sinnvolles. Leider wird Sinnvolles nicht bezahlt. Denn wenn es bezahlt wird, würde es jeder machen. Dadurch braucht man Eure Arbeit nicht mehr.

Also macht unbezahlte Arbeit. Wie das geht, überlegen sich grad ein paar Commons-Spinner. Links: Aktuelles Treffen(externer Link) , theoretisches Blog(externer Link)

Oder stellt die Systemfrage, lasst eine Demokratie entscheiden, was ihr macht.

IT-Strategie für DieLinke

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Es gibt den Vorschlag, eine IT-Strategie für Die Linke zu entwickeln. Webauftritte und interne Kommunikation über das Internet sollen verbessert werden. Hoffentlich hat es Erfolg. Es ist bitter nötig.

Hier der Link zur BAG Netzpolitik(externer Link) , die den Vorschlag eingereicht hat. Auf der Seite gibt es ein paar Kommentare dazu von mir.

DieLinke ist endlich wieder deutlich

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Jetzt gab es endlich wieder gute Äußerungen von der Partei Die.Linke. Kein Herumgeeiere, wo man nicht weiß, wo man dran ist.

Klaus Ernst hat eine Erklärung vor der Presse abgegeben, in der er z.B. fordert, dass prekäre Beschäftigte dazu führen, dass der Arbeitgeber für sie doppelte Sozialversicherungsbeiträge zahlen muss. Der Mann sieht, was die Politik für Möglichkeiten hat!

Eine gute Rede, die Hoffnung macht, dass die Partei Die Linke wieder konkret Power macht!

Hier der Audio-Beitrag, direkt von der Website der Linken(externer Link) kopiert und umcodiert (ich nehme mal an, das darf wie mit einer Presserklärung gemacht werden.)

Direktlink zum Download(externer Link)

Außerdem noch ein Interview mit Sahra Wagenknecht in der Zeit(externer Link) , auch genau richtig.

Linke, macht bloß so weiter! Blockiert Euch nicht weiter mit den angeblichen Flügeln und den Dreifach-Quotierungen (Mann/Frau, Ost/West, PDS/WASG), was dann zu so kuriosen Ergebnissen führt, dass die Bundespräsidentekandidatin sich für Sarkozy ausspricht und auch sonst von nix ne Ahnung zu haben scheint. Eine klare Linie! Doppelspitze braucht's nicht unbedingt!

JWPlayer ist ein Trojaner

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Der Video-Player für Webseiten "JWPlayer" gibt Informationen über die Webseitenbesucher an www.longtailvideo.com weiter. Zumindest die IP gibt er weiter, indem er ein Bild von longtailvideo.com lädt. Longtailvideo weist nicht oder kaum auf dieses "Feature" hin, wenn man sich den Player von der Seite besorgt. Ich habe keinen Hinweis gefunden. Stattdessen musste ich eine E-mail-Adresse angeben.

Aufgefallen ist mir das Verhalten erst, als ich den Player mit einer fehlerhaften Seite ausprobierte, die besonders lange zum Laden brauchte. Im Firefox wurde die Verbindung zu longtailvideo.com kurz angezeigt. Nachgeguckt, und es fiel mir noch ein LSO-Flash-Cookie auf, das meine Seite setzte. Möglicherweise wird dieses Cookie auf allen Seiten, die den JWPlayer eingebunden haben, ausgelesen, wenn das Bild nachgeladen wird. So wäre eine Verknüpfung der Daten von Webseitenbesuchern möglich, die mehrere Seiten mit dem JWPlayer besuchen. Dies ist aber nur eine Vermutung.

"Open Source": ha, ha, ha

Ich konnte jedenfalls nicht genau herausbekommen, was der JWPlayer macht. Er nennt sich "Open Source". Sein Java-Skript-Code ist aber nur in einer unleserlichen Version herunterladbar: Der Code ist "minimiert", für möglichst wenige Daten. Mag ja sein, dass das für Java-Skript-Code auf Webseiten üblich ist, damit die Ladezeit gering ist. Wenn ich den Code herunterlade, will ich ihn aber verstehen. Entsprechende Shell-Befehle, um ihn zu minimieren, sollten im Make-Skript enthalten sein. (Anmerkung: Im Code sind sogar Variablennamen und Funktionsnamen gekürzt, d.h. man braucht sogar einen Parser, um die minimierte Datei herzustellen, einfache Shell-Skripte reichen nicht aus. Aber die Tools gibt's bestimmt auch Open-Source. Also ist auch das kein Grund, nur die minimierte Datei zu liefern und das ganze "Open Source" zu nennen.)

Kurz und gut, ich konnte den JWPlayer zwar verändern und compilieren, aber ich konnte nicht sicherstellen, dass das veränderte Programm nicht noch irgend einen Kram macht, der die Anonymität meiner Besucher verletzt.

Meine Seite ist protokollierungsfrei. Ich will mich zum Programm "Wir speichern nicht" des AK Vorrat anmelden. Das wäre ein Reinfall geworden, wenn meine Seite geprüft worden wäre und durchgefallen wäre.

Tracking darf nicht entfernt werden

Wenn ich den JWPlayer protokollierungsfrei gemacht hätte, hätte ich möglicherweise die Lizenz des JWPlayer verletzt. Es ist geschickterweise eine CC-Lizenz, die normalerweise für künstlerische Produke gedacht ist und eine Nennnung des Urhebers in der vom Urheber genannten Weise verlangt. Die hätte ich verletzt, wenn ich nicht herausbekommen hätte, was für ein Logo der JWPlayer da wie verarbeitet, und dies ohne Fremd-URL-Zugriff nachgemacht hätte. Wahrscheinlich ist das Logo selbst auch Copyright geschützt, so dass ich es nicht auf meinem Webserver zur Verfügung hätte stellen dürfen.

Du bist nicht der Kunde, sondern das Produkt...(externer Link)

So, JWPlayer ist ein perfides Trackingprogramm, so nenne ich es mal. Wahrscheinlich sind die gesammelten Daten ein großer Teil des Geschäftsmodells von Longtailvideo, dem Hersteller von JWPlayer.

Lösung: Html5

Noch einen anderen Player auszuprobieren, hatte ich dann keine Lust mehr. So müsst ihr mit HTML5 Vorlieb nehmen. Dabei ist der Player im Browser eingebaut. Leider sind nur bestimmte Video- und Sound-Codierungen in den Browsern eingebaut. So musste ich die Videos mit ffmpeg umcodieren, was insbesondere bei der ogv-Version für Opera und Firefox zu Qualitätsverlusten führte. Benutzer älterer Browser können die Videos nur downloaden und den Player benutzen, den sie auf ihrem Desktop haben.

Der erste Grund aus Gewerkschaften auszutreten

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Hier kommt eines der ersten Ereignisse, die mich bewegten aus der Gewerkschaft auszutreten.

2004 bei Opel Bochum knüpfte die IG-Metall ihre Bereitschaft zu verhandeln daran, dass die Belegschaft nicht streikt. Wie wollen die denn verhandeln, wenn sie nicht streiken ? "Bitte, bitte" machen?

Hier zum Direktdownload

Sie haben die letzten 10 Jahre nie gestreikt, solange ich sie kenne. Da kann ich den Mitgliedsbeitrag besser einem guten Zweck zuführen.

Gewarnstreikt haben sie mal, für "ERA", was tarifliche Lohneinbußen brachte, besonders für Neuangestellte.

Bei Mercedes haben sie auch einen Streik einfach abgebrochen, obwohl dort die größte Mehrheit organisiert war. So kam es in Deutschland zu den schlechtesten Veränderungen der Arbeitsbedingungen in Europa. Neben schlechter Lohnentwicklung noch prekäre Beschäftigung und viel mehr Leiharbeiter. Für die schlechter Gestellten könnte man ja auch mal streiken. Aber die Gewerkschaft heute ist nur noch eine Interessenvertretung der Besserverdienenden.

Wenn Gewerkschaften mal demonstrieren, tun sie das im Stadion, damit auch ja nicht die öffentliche Ordnung beeinträchtigt wird! Echt: siehe z.B.: N-TV über Demo im Frankfurter Stadion(externer Link)