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Gewerkschaft erpresst Mitglieder

Opel-Werk Bochum I. Noch gibt es es Foto: Stahlkocher Lizenz: CC BY-SA 3.0
Opel-Werk Bochum I


Der Kreis schliesst sich...
Die IG Metall erpresst wieder ihre Mitglieder bei Opel in Bochum. Mit dem Film von 2004 dazu hatte ich mein Blog eröffnet. Nun sagt der Betriebsratsvorsitzende von Opel in Bochum dasselbe(externer Link) .

Die US-Firmenleitung von Opel kündigte an, das Werk in Bochum fast komplett zu schließen. Dazu hat der Gesamtbetriebsrat von Opel unter IG-Metall-Führung einen "Masterplan" verhandelt, und ihn eigenmächtig, zusammen mit dem bundesdeutschen IG-Metall-Vorstand, unterschrieben und das dem Werk in Bochum über die Presse mitgeteilt.

raus!
Den Vertrag müssen die Betriebsräte aller Werke unterschreiben. Wenn sie es nicht tun, dann sind sie "raus, und auf sich alleine gestellt". Das sind unsere tollen Gewerkschaften, die für alle etwas tun und das Gemeinwohl im Blick haben. Demokratie spielt keine Rolle.

So gehen sie sicher auch mit Mitgliedern um. Deshalb: Austreten! Jetzt! Das geht mit einem formlosen Schreiben an die Geschäftsstelle unter Beifügung des Mitgliedsausweises. Dazu spart Ihr noch Geld: 1% des Brutto. Das ist doch mal eine Tariferhöhung. Nur wenn Ihr genau der Meinung der IG-Metall-Führung seid, lohnt sich die Mitgliedschaft. Andernfalls ist jeder "raus, und auf sich alleine gestellt".

Der Vertrag für Bochum
In Bochum ist jeder "raus" , der sich gegen die Vereinbarungen im Vertrag wehrt:
- Lohnsenkungen für manche Opelaner durch eine "zweite Tarifebene"
- Streichung der Lohnerhöhungen für Alle
- Schließung eines Großteils des Werkes
- unverbindliche Visionen von neuen Arbeitsplätzen
- usw.

Demobilisierung statt Widerstand
Beim "Solidaritätsfest" durftet Ihr aber trotzdem mitmachen. Das war ein Fest wegen der Schließung. Ich wusste bislang nicht, was es da zu feiern gibt. Ich dachte, da sollte man Widerstand zeigen, z.B. jetzt noch streiken, wenn die Arbeiter noch gebraucht werden. Jetzt kenne ich aber die Gewerkschaft, und nehme ihr ab, dass sie feiert.

Das erinnert mich an ähnliche Demobilisierungsaktionen von denen, wie Arbeitsplätze zu Grabe tragen und Luftballons als Symbol für die Gefeuerten steigen lassen, auch schon, wenn noch gar nichts entschieden ist.

Gewerkschaft ist sinnlos oder ein Trojaner
Also: Austreten! Jetzt sagen sicher Einige: "Aber dann haben wir doch niemenden mehr!" und "In Betrieben, die einen Betriebsrat haben, läuft es besser, die zahlen auch mehr, gerade die Großbetriebe."

Ich sage: Die zahlen noch traditionell mehr, stellen aber Niemanden zu den alten Konditionen ein. Es gibt jetzt genug andere Möglichkeiten: Leiharbeiter, Werkverträge, Freelancer, Praktikanten, Werkverträge mit dem Ausland (dazu gab es Widerstand: Die "EU-Dienstleistungsrichtlinie" wurde erst nach Demos, dann aber quasi unverändert, abgeschlossen. Sahra Wagenknecht hat sich dagegen engagiert. DGB-Chef Sommer hat aber zum Höhepunkt der Demos alles gut gefunden. Danach war das vom Tisch, d.h. beschlossen).

Die Möglichkeiten des Weniger-Zahlens gibt es jetzt, trotz (oder vielleicht wegen? ich weiss es nicht) der Gewerkschaften. Deshalb gibt es solche Arbeitsbedingungen wie im Tarif, wenn er etwas höher ist, nur noch für die Alten. Die Neuen kriegen weniger, entweder, weil das von den Gewerkschaften so vereinbart wurde (Stichwort ERA und TVöD), die Tarife unter der Armutsgrenze sind (z.B. für Leiharbeiter), oder sie sich ohne Widerstand der Gewerkschaften umgehen lassen.

Gewerkschaften behindern Widerstand, weil sie sich an seine Spitze setzen und ihm die Macht nehmen. Besser keine Gewerkschaften, als diese!

Dann weiss jeder, dass es niemanden gibt, der sich für seine Arbeitsbedingungen einsetzt. Dann muss sich jeder selbst solidarisch organisieren, im Untergrund Widerstand machen.

Also: Austreten! Resist!

Mir fällt noch was ein:
Beobachtet mal die Warnstreiks gerade. Wer ist betroffen, wenn die Straßenbahnen nicht fahren oder die Lehrer nicht unterrrichten? In den Betrieben, wenn es eine Produktion stören könnte, gab es wirksame Streiks, selbst Warnstreiks, lange nicht mehr. Alles seltsam.