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Update: Die beiden machen's!

Katja Kipping, * 1978 Dresden, Quelle: sozialisten.de, Wikipedia
Katja Kipping
Katharina Schwabedissen, * 1972 Bielefeld, Quelle: dielinke-nrw.de
Katharina Schwabedissen


Warnhinweis:

Dieser Text beruht mehr auf einer Stimmungslage als auf großer Recherche. Deshalb nur als Anregung verstehen und das eigene Urteil worüber auch immer bilden!

Update (Sa. 2.6.2012, 22:25):

Nach den Vorstellungen der männlichen Kandidaten: Ernstzunehmend sind nur Bernd Riexinger und Dietmar Bartsch. Riexinger erscheint auch recht sympatisch und bemüht. Vielleicht ist er tatsächlich ein Gewerkschafter, der sich für die politische Arbeit der Gewerkschaften einsetzt. Er hat fast nur über Arbeit und Arbeitsbedingungen geredet. Dietmar Bartsch ist viel mehr Profi und redet viel besser. Es war sicher für beide sehr anstrengend, sich den Fragen zu stellen. Aber meine Meinung bleibt: Ich würde keinen von beiden wählen. Die Linke wohl schon, es kann nur eine Partei Die Linke geben. Damit ist jetzt Schluß mit diesem Thema. Alles Gute Linke.

Update (Sa. 2.6.2012, 21:03):

Katja hat's gemacht. Die anderen auf der gemischten Liste halte ich nicht für gut. Aber unbestätigten Meldungen zufolge will Sahra Wagenknecht jetzt kandidieren. Sie ist sicher gut. Hoffentlich wird sie nicht zu stark polarisieren und dort zerrieben. Hoffentlich kein Phyrrus-Sieg für die Leute, die ich für gut halte. Sahra will keinen Showdown!

Update (Sa. 2.6.2012, 19:55):

Katharina hat zurückgezogen :-( Stattdessen den Riexinger, Gewerkschafts-Chef und Looser, will ich nicht :-( (Boah, ist der langweilig ...:-( (bei Youtube 1(externer Link) bei Youtube 2(externer Link) ). Dass der jetzt wahrscheinlich gewählt wird, ist wohl der Delegiertenzusammensetzung geschuldet. Ungefähr die Hälfte ist Gewerkschaftsmitglied. Da kenne ich ja persönlich fähigere Leute, die (teilweise ehemals) in der Linken aktiv sind/waren. Oje, oje...


Ich bin für die beiden (Katharina und Katja). Sie werden die Linke wieder zu einer dynamischen Partei machen.

Sie treten im Doppelpack für den Parteivorstand an, der am ersten Juni-Wochenende in Göttingen gewählt wird.

Katja ist für das Bedingungslose Grundeinkommen, strikt gegen Hartz-IV, Vorsitzende im Sozialausschuß des Bundestags, nachzulesen bei der Linksfraktion(externer Link) und bei Wikipedia(externer Link) . Sie gibt auch das Magazin 'Prager Frühling'(externer Link) heraus. Sie hat auch eine aussagekräftige Homepage(externer Link) . Ihre Texte kann ich nachvollziehen und finde ich meistens richtig und gut, besonders dass sie für Freiheit und Selbstbestimmung ist anstelle "der Staat soll's richten". Der Staat ist für die Rahmenbedingungen da, und dann sollen die Leute, relativ gesichert, mal losmachen. Das entspricht auch meinem Politik- und Staatsverständnis. Und das wichtigste: Sie ist dafür, dass Politik und Engagement in der Linken Spass machen! Das fehlt total!

Ob nun, wie ich finde, ein nichtssagender und langweiliger Dietmar Bartsch die Partei führt, oder wieder mal Lafontaine, der wegen seiner hoffentlich überstandenen Krankheit und seines Alters lieber der "Libero" in der Führungsmannschaft der Linken sein sollte: Beide wären für ein "Weiter So", ohne die Interessen jüngerer Leute zu projizieren, ohne eine Dynamik in der Partei zu entfachen, ein "Jetzt machen, diskutieren und tun wir was", "Jetzt kann ich mich einbringen".

Für beides stehen Katja und Katharina. Auf Medien legt Katja Kipping wert, sonst hätte sie nicht ihre eigene Zeitschrift gegründet.

Und darauf kommt's an: In der Medienwelt seine Stimme klar und trotzdem gut begründet zu Gehör zu bringen. Beides, zeigt Katja Kipping in ihren Texten, kann sie.

Laut ihren kurzen Vorstellungstext zur Kanditatur(externer Link) ist ihnen besonders wichtig, dass Leute sich in die Partei einbringen können, dass man mitmachen kann. Das fehlte mir total in der Partei. Das soll ja selbst auf Parteitagen so langweilig sein, schreibt der Prager Frühling hier(externer Link) , nicht nur in den Mitgliederversammlungen in der Ortsgruppe.

Über manche Position kann man streiten, z.B. dass das Bedingungslose Grundeinkommen nicht zur Lohnsubvention verkommen darf und nicht zu Lohnsenkungen führen darf. Ich nehme aber an, dass die Beiden diese Diskussion führen werden. Immerhin gehört Katja Kipping zur Emanzipatorischen Linken(externer Link) , die sich Diskussion auf die Fahnen geschrieben hat.

Katharina Schwabedissen(externer Link) ist erst seit 2004 in der Politik. Sie kann recht gut vor den Medien sprechen, zu hören bei der Pressekonferenz zur verlorenen Wahl in NRW(externer Link) .

Sonst liest man wenig zu ihr. Ein Plus ist auch, dass sie christliche Pfadfinderin war. Vielleicht akzeptieren die Linken dann auch, dass die Kirche durchaus für die Ziele der Linken ist.

Also, in der ersten Woche nach Pfingsten: Da geht's wieder los mit der Linken!

Ergänzung 25.5.2012

Das Team um die Beiden finde ich nicht so Klasse:

Jan van Aken:

bei abgeordnetenwatch.de hat er nicht auf Fragen zu Afghanistan, was denn nun die "Aufständischen" seiner Meinung nach seien, ob sie nicht nach Völkerrecht Freiheitskämpfer seinen, geantwortet. Ebenso nicht darauf, wie er die Rolle der USA in der UN bewertet. Meiner Meinung nach Sachen, die von den Medien totgeschwiegen werden. Ebenso wie es van Aken tut. Ich nehme an, dass er die USA im Prinzip ok findet. Das sagt auch seine Antwort zu Atomwaffen aus: Sie sollten generell verboten werden. Wenn er es ernst meint, ist es naiv. Die USA werden immer in der Lage sein, Atomwaffen zu produzieren. Ich glaube, er ist nicht naiv. Von daher sehe ich ihn auch eher rechts. Er könnte auch bei den Grünen sein. Keine Ahnung wo er steht. Friedenspolitisch ist es wohl ok(externer Link) .

Außenpolitisch ist die Linke sowieso seltsam still: Zu Libyen und Syrien ist sie still, was Pressemitteilungen betrifft. Wenn sie da solche Leute vorne hat, die rufen "Keine Waffen", aber nicht benennen, wie und von wem Konflikte beginnen, kommt da nichts raus. Wahrscheinlich sind sie sich nicht einig oder sogar einig darin, dass eine Schürung der Bürgerkriege in Libyen und Syrien ok war.

Korrektur nach Googlen: Zu Syrien und Libyen hat sich Die Linke doch positioniert.

Nicht zuletzt durch das Stillhalten der Linken Friedensbewegung in Europa Deutschland war es möglich, dass die NATO Libyen bombardieren konnte. Bei dem Ostermarsch 2011 in Braunschweig z.B. war das keine Thema, obwohl zu dem Zeitpunkt der Krieg tobte. Ersten Schätzungen zufolge haben mindestens 50000 Libyer die »Operation vereinigte Beschützer« nicht überlebt.(externer Link)

Caren Lay:

Sie hat schon eine Grüne Vergangenheit: Redenschreiberin von Renate Künast vor 2004. Komisch, dass sie erst da begriff, was die SPD und Grünen für Parteien sind. Die Hartz-Gesetze begannen schon früher, ebenso die Terror-Sondergesetze wegen dem 11. September 2001. Sie ist im "Forum demokratischer Sozialismus". Das sind die Rechtsausleger aus Berlin, die da schon unsoziale Politik gemacht haben. Wegen denen hat sich die WASG gegründet. Was das "Forum demokratischer Sozialismus" will, erschließt sich mir nicht genau aus ihren selbstveröffentlichten Texten. Seltsamer Verein. Von denen sollen die Intrigen, die zum jetzigen Chaos geführt haben, kommen. Eigentlich sollte die lieber wieder zu den Grünen gehen. Der letzte Satz war nicht gut. Für dieses Urteil sollte man(ich) sie besser kennen. Außerdem sollte man sich (ich mich) nicht von irgendwas gelesenem gleich so ein Urteil fällen. Ich nehme an, sie ist gut der Linken aufgehoben, sonst würde sie sich wohl kaum für sie engagieren.

Von Thomas Nord und Brigitte Ostmeier habe ich so schnell nichts Erhellendes gefunden.

Resumee

Jetzt ist doch nichts aus dem Jubelartikel geworden. Aber jetzt ist sowieso Chaos in der Partei. Jetzt sollte man auch sagen, was Sache ist, und nicht weiter Einmütigkeit heucheln. Da kommt dann sowas raus, dass die Linke nicht handlungsfähig ist, wie an den ausbleibenden klaren Aussagen zu erkennen. Vielleicht sind klare Aussagen einer großen Parteiführung gar nicht zu bekommen. Meinungsbildung ist kompliziert. Bloß beim Parteiprogramm konnte man sich einigen, bei der Bestimmung der Leute an der Spitze geht die Repräsentativ-Demokratie los, da hat nicht mehr die Mitgliedschaft so einfach zu entscheiden. Es gibt eine Klüngel hinter den Kulissen. Die "Rechten", wer immer das genau ist und was sie für öffentliche und verschwiegene Ziele haben, können das ganz gut. Ein Parteiprogramm zu beeinflussen ist für sie schwerer. Vielleicht hat Albrecht Müller recht, indem er behauptet(externer Link)

"Die Fremdbestimmung der SPD ist leider in weitem Maße gelungen. Jetzt steht die entsprechende Operation bei der Linkspartei an. Deshalb auch die harten Gefechte. Leider merken es maßgebliche Leute in der Linkspartei offenbar nicht. Andere sind in das Prozedere eingebunden. Davon bin ich fest überzeugt. Bei der SPD habe ich es hautnah erlebt und ich weiß, wer an diesem Prozess der Anpassung der SPD an die herrschende Linie maßgeblich beteiligt war.

Allerdings werden die Namen jener, die den Prozess von innen begleiten, nicht öffentlich angeschlagen. Dann wäre diese Operation futsch, die Arbeit umsonst.

Das ist das Problem der kritischen Begleitung dieser undemokratischen Vorgänge. Wir sind sehr sicher, dass es diese Vorgänge gibt, aber wir können sie nicht belegen. Müssen wir deshalb dazu schweigen? Meines Erachtens nicht. Wer die Existenz von Einflussagenten in den Parteien des linken Spektrums nicht glauben will, kann getrost darauf verzichten. Sie oder er werden dann aber immer wieder rätseln müssen, weil sie wichtige Vorgänge nicht mehr verstehen."

Und mein Gegenrezept: Nicht schweigen, sondern von den Leuten oben fordern, zu sagen, was sie wollen und wie sie zu solchen Entscheidungen gekommen sind.

und als Letztes:

Deshalb finde ich Katja und Katharina so richtig an der Spitze. Sie sollen gar nicht unbedingt ihr eigenen Positionen durchboxen. Von ihnen erwarte ich viel mehr: Dass sie es schaffen, dass die Parteimitglieder mehr die Positionen bestimmen können, die Die Linke vertritt, wie bei dem Parteiprogramm. Das ist das Beste gegen Klüngelwirtschaft und Unterwanderung durch eine Minderheit. Echte Demokratie durch echte Demokratie.

Das traue ich den Beiden zu.
Wenn Ihr Leser da draußen mit macht. Es ist auch Euer Gemeinwesen, das ihr mitgestalten solltet.