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dpa gibt die Schreiberlaubnis

Werbung für die Junge Welt. Wisst Ihr, wer lügt?


Wer meint gut informiert zu werden durch die Medien? Und wer nicht?

Am Samstag wollte ich mir mal zur Abwechselung die Hannoversche Allgemeine kaufen, auch wegen der besseren Stimmung, die die Staatsmedien machen, oft zumindest. Ich habe vorher mal herauf- und hereingeguckt:

Aufmacher sinngemäß: Obama will Einschreiten in Syrien wg. Giftgas. Putin nennt das Giftgas Lügen. Meine Reaktion: Putin wird wie ein Extremist hingestellt. Außerdem will ich wissen, was da los ist, nicht wie sich zwei Politiker äußern. Will Obama Krieg? Das werden die nicht schreiben, kenn ich schon aus anderen Artikeln. Mal wieder ein Artikel zur Kriegsstimmungsmache, zur angeblichen Ausgewogenheit wird auch Putin erwähnt.

2. Artikel: Grüne Doppelnamenfrau fordert Asyl für Edward Snowden. Kein Wort darüber, dass Die Linke das im Vorstand unmittelbar forderte, nachdem seine Enthüllungen publik wurden. Hier werden die Leute bewusst dumm gehalten.

Wirtschaft: Ich wollte was darüber lesen, was EnBW mit den EWE-Anteilen macht. In der JW hatte ich die Agenturmeldung gelesen, dass sie sich davon trennen wollen. Stattdessen was über Bahlsen, geht ja noch. Als Aufmacher irgendeine Finanzregelung von der Regierung. Darüber berichten die doch sowieso nicht richtig, die Hälfte fehlt und die andere Hälfte wird verzerrt dargestellt, kenn ich schon in dem Bereich. EnBw wäre wenigstens unpolitisch gewesen, da würde die Zeitung vielleicht neutraler informieren.

HAZ, Chance verpasst, auch diesmal nicht gekauft.

ZDF: Das war für Berlin direkt (ZDF) als Berichterstattung über den Parteitag der LINKEN wichtig.(externer Link) Immerhin wurde da beschlossen, wofür Die Linke im kommenden Bundestag eintreten will: Das Bundesttags-Wahlprogramm. Nichts!
Stattdessen etwas über einen Kleinen Parteitag der SPD und zweimal Guido Westerwelle.

Ist das noch glaubwürdig, alleine von der Nachrichtenauswahl? Nichts zum türkischen Frühling? (Wahrscheinlich, weil auch die deutsche Regierung nicht reagiert).

Was ich feststelle: Die Medien werden immer weniger informativ, berichten keine Hintergründe, sondern schreiben von einander ab: DPA ist die neue staatliche Nachrichtenagentur TASS (sowjetische Nachrichtenagentur). Anderes darf nicht geschrieben werden in Medien, die einen größeren Verbreitungsgrad haben. So doof sind Journalisten nicht. Sie dürfen nur nicht schreiben. Den Eindruck habe ich. (und es gibt auch entsprechende Berichte die durchsickern)

Doch nun zu meinen Fragen:

  • Wer fühlt sich weniger informiert?

  • Wem ist das zu kompliziert? (es mird m.M.n absichtlich verkompliziert, damit man sich damit nicht beschäftigt, es langweilig wirkt)

  • Wer hat ganz einfache Fragen, wenn er einen Beitrag wahrnimmt und diese werden einfach nicht beantwortet?

  • Wer schaltet da lieber zum Sport oder zum Film?

  • Ich meine, es gibt eine Tendenz zur Entpolitisierung, soll heissen, die Leute sollen sich nicht mit Politik beschäftigen und allein durch Stimmungen gelenkt werden. Wer will das ?

Die Medien in anderen Ländern sind noch unpolitischer. Es gibt gar kein Ressort mehr für Politik. Wenn sie mal vorkommt, dann in Form von Personen. Es findet eine Bildungs-Entfernung in der Gesellschaft statt, durch Medien durchgeführt.

Früher waren Zeitungen informativer als heute, man konnte aus ihnen lernen. Das ist heute immer weniger der Fall. Es gab mal (so vor 10 Jahren) die Prämisse: Meinung und Darstellung trennen. (Vollständig geht das nicht, klar, jedes Wort ist wertend). Das wurde aufgeweicht, indem einfach wertende Aussagen von Politikern aneinandergeschnipselt wurde. Man selbst hat die Aussagen nur berichtet, 1:1. Nichts von Wertung ;-) Heute ist auch das überflüssig, es wird munter drauflos kommentiert, ohne dass man weiss, um was es eigentlich gehen soll.

In der Schule hat man mir gesagt, politische Propaganda erkenne man daran, dass Inhalt und Kommentar nicht getrennt seinen. Danach gibt es heute nur noch Propaganda in den Zeitungen, manchmal etwas weniger, manchmal etwas mehr und man muss sehen, welche Propaganda einem am glaubwürdigsten erscheint, das versucht man dann als Informationsquelle zu nehmen. Wie bei mir die Junge Welt.

Für die ewigen Bild-Leser ändert sich dadurch relativ wenig in ihrem Konsum. Aber das Bildungsbürgertum ist am Arsch. Es gibt keine Bildung für sie mehr. Sie müssten ältere Bücher lesen, um etwas zu erfahren.

Und das ist das Problem für die Linke: Das aufgeklärte Bildungsbürgertum bricht weg, wird ein Objekt der Propaganda. Wenn ein sozialer, gottesgläubiger, gebildeter, intelligenter Mensch mir sagt, dass eine Flat-Tax sozial sei, dann weiss ich, dass der Staat (als unser Gemeinwesen) ein Problem hat, und die Linke völlig versagt hat und gerade einen Epic-Fail hinlegt.

Also liebes Bildungsbürgertum, ihr, die menschenfreundliche Mitte der Gesellschaft, falls jemand von Euch noch was merkt vor lauter Propaganda, sagt es weiter und KLÄRT AUF!

Das Problem geht noch weiter:
Den Medien ist zunehmend egal, wie groß ihre Glaubwürdigkeit ist. Es reicht, wenn 55% ihnen halbwegs glauben. Das reicht, um die Regierung an der Macht zu halten. Der Rest hat keine Macht. Konkurrenz gibt es nicht, die eine Meinungsführerschaft der etablierten Medien gefährden könnte. Deswegen kann man nun zur zweiten Strategie kommen: Entpolitisierung, wie oben beschrieben. Dann reichen immer weniger Prozente, die den Medien glauben. Und man kann machen was man will, selbst die Interessierten und Zweifler erfahren nicht mehr, was geschieht.

Das war meine Verschwörungstheorie für diesmal. Mal sehen, wann sie "Common sense of narrative" ist (s. Alternativlos zu Verschwörungstheorien(externer Link) ).